Neuss/Düsseldorf: Laserpointer: Gericht verurteilt junge Neusser

Neuss/Düsseldorf : Laserpointer: Gericht verurteilt junge Neusser

Erst im zweiten Anlauf hat die Staatsanwaltschaft beim Landgericht Düsseldorf Dienstag die Bestrafung von zwei Brüdern aus Neuss durchgesetzt, die im Juli 2010 mit einem so genannten Laserpointer zwei Piloten geblendet haben sollen.

Die Angeklagten (33 und 22 Jahre) hatten dazu geschwiegen und waren vom Amtsgericht Neuss freigesprochen worden. Die Berufung der Staatsanwaltschaft war nun erfolgreich. Der 22-Jährige wurde verwarnt, muss als Auflage 500 Euro an die Staatskasse zahlen. Gegen seinen Bruder wurde eine Geldstrafe von 1800 Euro verhängt. Die Schuldsprüche ergingen wegen versuchter Luftverkehrsgefährdung oder zumindest Beihilfe dazu.

Der Laserpointer war damals in einer Neusser Wohnung entdeckt worden, in der auch beide Angeklagten angetroffen wurden. Spätabends sollen sie am 27. Juli 2010 mit dem starken Lichtstrahl einen AirBerlin-Jet im Landeanflug auf Düsseldorf anvisiert und direkt danach die Besatzung des Polizeihubschraubers "Hummel IV" anvisiert haben. Das Neusser Amtsgericht hatte Schuldsprüche abgelehnt, da unklar geblieben sei, welcher Angeklagte das Laserlicht nach oben gerichtet habe. Auch durch Aufnahmen einer Wärmebildkamera der Polizei war dies nicht zu klären. Ursprünglich hatte das Neusser Amtsgericht deshalb nicht einmal die erste Hauptverhandlung eröffnen wollen. Dagegen hatte die Staatsanwaltschaft erfolgreich Beschwerde eingelegt.

Gegen die Freisprüche, die der Amtsrichter im Februar verkündete, hatten die Ankläger Berufung eingelegt. Das Landgericht folgte gestern der Argumentation und dem Strafantrag der Staatsanwaltschaft in vollem Umfang. So blieb zwar offen, welcher Bruder die versuchte Luftverkehrsgefährdung begangen habe, aber zumindest wegen Beihilfe habe sich jeder von ihnen schuldig gemacht. Da der 22-Jährige zur Tatzeit Heranwachsender war, beschränkte sich das Gericht bei ihm auf eine Verwarnung. Die Verteidiger beider Brüder wollen Rechtsmittel gegen das Urteil prüfen.

Markus Wahl von der Pilotenvereinigung Cockpit begrüßte die Verurteilung. "Es ist ein Schritt in die richtige Richtung — Laserattacken sind keine harmlosen Streiche, sondern lebensgefährlich", sagte er.

(url)
Mehr von RP ONLINE