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Neuss: Laserattacke auf Urlaubsflieger

Neuss : Laserattacke auf Urlaubsflieger

Drei Brüder aus Weckhoven wurden am Montag festgenommen, nachdem sie mit einem Lichtstrahl ein Flugzeug angepeilt hatten. Die Flugsicherung beobachtet eine Zunahme solcher Fälle. Piloten fordern Waffengesetz für Laser.

Die Maschine war auf dem Rückweg aus Fuerteventura, als der Pilot im Landeanflug auf den Düsseldorfer Flughafen in mehr als 1300 Metern Höhe den Lichtstrahl eines Lasers ausmacht, der auf seinen Airbus A 330 zielte. Der Pilot wurde zwar nicht geblendet und konnte seinen Jet sicher landen, trotzdem wurde sofort die Polizei alarmiert. Die nahm wenig später in Weckhoven drei Brüder im Alter von 21 bis 30 Jahren unter dem Verdacht fest, für diese Laserattacke verantwortlich zu sein. Die Männer gestanden, der eingesetzte Laserpointer wurde sichergestellt.

Gegen die Brüder aus Weckhoven wird nun von der Kripo ermittelt. Vorwurf: Gefährlicher Eingriff in den Luftverkehr. "Das sind keine Dumme-Jungen-Streiche", betonte Bernd Schmutzler, Sprecher der Kreispolizeibehörde Neuss, "sondern Straftaten." Im Falle einer Verurteilung können Haftstrafen zwischen sechs Monaten und zehn Jahren ausgesprochen werden.

Die Deutsche Flugsicherung verfolgt seit gut einem Jahr nicht ohne Sorge den Anstieg solcher Laser-Attacken auf Flugzeugführer. Weil die Laser eine Gefahr für die Gesundheit der Piloten aber auch für die Sicherheit des Flugzeuges darstellen könnten, sind solche Zwischenfälle meldepflichtig. Und immer lösen sie polizeiliche Ermittlungen aus. So auch am Montag.

Über den Tower ging die Nachricht von der Laserattacke um 22.56 Uhr auch bei der Polizei-Fliegerstaffel ein. Zehn Minuten später hob ein Polizeihubschrauber am Düsseldorfer Flughafen ab, erklärte Frank Burre als Leiter der Einheit, vier Minuten später kreiste er über Weckhoven. Als sich die Helikopterbesatzung um Mitternacht in Düsseldorf zurückmeldete, war der Einsatz beendet, die Fahndung erfolgreich abgeschlossen. "Für die Piloten ist das ein schlimmes Ereignis", erklärt Burre, dessen Helikopterbesatzung ebenfalls "angepeilt" worden war. Wie schlimm, das beschreibt der Flugzeugführer Jörg Handwerg von der Vereinigung Cockpit: "Das Cockpit — stark abgedunkelt, damit die Sicht nach draußen besser ist — wird schlagartig erhellt. Das ist als säße man in einem dunklen Raum und direkt vor dem Auge würde eine Glühbirne eingeschaltet." Besonders schlimm seien grüne Laser, wie sie auch die Weckhovener hatten. Denn dieses Licht würde besonders intensiv wahrgenommen.

Weil ein direkter Treffer ins Auge im schlimmsten Fall zur Erblindung führen kann, sprechen die Piloten von einem extrem gefährlichen Spielzeug — das in Deutschland allzu leicht zu beschaffen ist. In Australien fallen Laserpointer ab einer gewissen Leistung deshalb unter das Waffengesetz. "Das fordern wir auch", unterstreicht Handwerg für seinen Berufsstand.

(NGZ)