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Neuss: Langzeitarbeitslose als Helfer für Senioren

Neuss : Langzeitarbeitslose als Helfer für Senioren

Der Rhein-Kreis bekommt 300 000 Euro Fördermittel, um Langzeitarbeitslose wieder ins Erwerbsleben zu integrieren. Klappen soll das über ein Modellprojekt, das nicht nur Menschen Arbeit geben, sondern auch Senioren helfen soll.

Es ist ein Projekt, mit dem der Rhein-Kreis gleich zwei drängende Probleme angehen möchte: die Langzeitarbeitslosigkeit und den demografischen Wandel. 300 000 Euro aus Mitteln des Landes und des Europäischen Sozialfonds sind der Kreisverwaltung nun bewilligt worden, um ihr Vorhaben, ein Besuchsdienst für Senioren, bei dem Langzeitarbeitslose angestellt werden, umzusetzen.

"Derzeit sind wir dabei, die passenden Arbeitslosen auszuwählen", erzählt Ulrike Groten, die das Modellprojekt am Technologiezentrum leitet und dafür eng mit dem Jobcenter des Rhein-Kreises kooperiert. 20 Langzeitarbeitslose, darunter bevorzugt Alleinerziehende und Menschen über 45 Jahren sollen für den neuen Besuchsdienst rekrutiert werden. Wichtig sei dabei, so Groten, das bei den Teilnehmern Interesse an sozialer Arbeit besteht. "Das Projekt ist freiwillig", betont Ulrich Hartz, stellvertretender Leiter des Jobcenters. Denn nur, wenn die Arbeitslosen mit Engagement bei der Sache seien, bestehe die Chance, sie nach dem Programm wieder ins reguläre Erwerbsleben zu integrieren.

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Die Vermittlung auf den ersten Arbeitsmarkt ist das Fernziel des Modellprojekts, das auf zwei Jahre angelegt ist. Zunächst gehe es darum, die Langzeitarbeitslosen wieder heranzuführen an ein geregeltes Arbeitsleben, erläutert Jürgen Steinmetz, Allgemeiner Vertreter des Landrats. Dazu gehöre auch, dass sie durch die Fördermittel aus dem Hartz-4-Bezug herausfallen und einen Arbeitsvertrag bei der Beschäftigungsförderungsgesellschaft des Rhein-Kreises bekommen. Sie verdienen dann 8,19 pro Stunde (Tarif).

"Das steigert das Selbstwertgefühl und stärkt hoffentlich den Willen, nicht mehr von staatlichen Leistungen abhängig zu sein", sagt Steinmetz. Die Teilnehmer des Projekts werden vom ersten Tag an von einem Jobcoach unterstützt, auch bekommen sie fortlaufend Weiterbildungen im Umgang mit alten Menschen.

"Bevor der Besuchsdienst starten kann, wird es eine Erprobungsphase geben", erläutert Ulrike Groten. Dabei sollen die Teilnehmer im Umgang mit Senioren geschult werden, aber auch lernen, auf Grundlegendes wie ein gepflegtes Äußeres zu achten. "Wir müssen bedenken, dass wir Teilnehmer dabei haben, die jahrelang nicht mehr gearbeitet haben", sagt Groten, die in den Haushalten von interessierten Senioren die Vorgespräche übernehmen wird. Bei dem Besuchsdienst sollen die Langzeitarbeitslosen kleinere Hilfsarbeiten und Botengänge für die Senioren übernehmen, etwa Einkäufe oder Handreichungen im Haushalt. Für pflegerische Aufgaben werden die Teilnehmer nicht geschult. "Der Besuchsdienst soll eine Hilfe für Senioren sein, keine Betreuung", stellt Groten klar.

Kostenlos sind die Besuche, die zweimal monatlich stattfinden, für Senioren, die Sozialleistungen beziehen. Für alle anderen älteren Menschen wird ein monatlicher Pauschalpreis von 39 Euro veranschlagt. "Wenn die Auswahl- und Erprobungsphase abgeschlossen ist, können wir im März mit dem Angebot starten", sagt Groten.

(NGZ/rl)