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Neuss: Landstraße 142 wird in Kurve entschärft

Neuss : Landstraße 142 wird in Kurve entschärft

Die Landesstraße 142 (Villestraße) wird zwischen Hoisten und Speck etwas begradigt, der Knick in Höhe der Einmündung Auf den Stöcken entschärft. Anlass dazu bietet die Erweiterung der Biogasanlage auf dem benachbarten Schelmrather Hof, doch die Maßnahme dient auch der Verkehrssicherheit.

Denn derzeit trägt es mit einer gewissen Regelmäßigkeit Autofahrer dort aus der Kurve, die sich dann im benachbarten Acker wiederfinden.

Zwei derartige Unfälle registrierte die Polizei in diesem, zwei im vergangenen Jahr, bestätigt Polizeisprecherin Diane Drawe. Bilanz: ein Schwer- und ein Leichtverletzter, ansonsten Bagatellschäden. Das aber seien nur die Fälle, die der Polizei bekannt werden, erklärt Herbert Königs, der ein- bis zweimal im Monat kleinere "Ausflüge" in den Acker beobachtet.

Königs betreibt seit 2007 auf seinem Schelmrather Hof mit Christian Nellen, seinem Geschäftspartner in der "Königs und Nellen Pflanzenenergie GmbH", eine Biogasanlage. Erst zur Stromerzeugung, seit 2009 zu dem Zweck, das aus Mais- und Zuckerrübensilage erzeugte Gas aufzubereiten und in Erdgasqualität ins Netz der Stadtwerke einzuspeisen. Diese Anlage soll künftig besser ausgenutzt und die Gaserzeugung um bis zu 40 Prozent erhöht werden. "Bis zu 20 Millionen Kilowatt-Stunden nehmen wird ganz entspannt in unser Netz auf", versichert Johannes Steinhauer von den Stadtwerken. Derzeit sind es 13 Millionen KW/h.

Der Wunsch, mehr Gas zu erzeugen, verlangt keine größere Anlage. Nur die Siloplatte müsste erweitert werden. Aber er zieht mehr Verkehr nach sich. Deshalb fordert der Landesbetrieb Straßen NRW den Bau einer Linksabbiegespur auf der L 142 in der Zufahrt zum Hof. Die erste Lösung sah eine Verbreiterung um 3,50 Meter nur im Bereich vor der Hofeinfahrt vor. "Viel Geld für ein bescheidenes Ergebnis", wie Wilhelm Höfener urteilt, der Leiter der Abteilung Planung bei der Regional-Niederlassung Niederrhein von Straßen NRW. Seine Behörde ließ sich schließlich darauf ein, die Straße nach Südosten auf heutigen Ackergrund zu verschieben und so den Kurvenradius zu entschärfen.

Den Weg dazu machte letztlich die Stadt frei, die dem Landwirt und Besitzer dieser Flächen, der nicht verkaufen wollte, Austauschgrund anbieten konnte. Diese Lösung hatte Straßen NRW bislang nur in einer Fernplanung vorgesehen, ergriff aber nun die Gelegenheit, so Höfener. Dass die "neue" L 142 gleichzeitig einen Radweg bekommt, ist nicht geplant, sagt der Neusser Planungsdezernent Christoph Hölters. Bauherr für den ersten Schritt bleibt Herbert Königs. Er soll relativ schnell Baurecht bekommen, sagt Hövener. Aber aktuell steckt der eh mitten in der Ernte.

(NGZ/rl)