Neuss: Kunstschätze auf der Neusser Furth

Neuss: Kunstschätze auf der Neusser Furth

Mit der "5. Tour de Furth" von Initiativkreis und NGZ führte jetzt "Reiseleiter" Peter Dieter Schnitzler zu Denkmälern und Kunstwerken in der Nordstadt. Der Regen machte eine Pause und ließ der Sonne den Vortritt, als sich 25 Radler am Samstagnachmittag auf den Weg machten.

Die von der Neusser Bildhauerin Marga Groove-Markovic geschaffene "Trauernde mit der Friedenstaube" auf dem Berliner Platz ist im Bewusstsein der Neusser tief verankert. Wer aber kennt die Drei-Scheiben-Plastik, die der Neusser Künstler Pit Schütz im Auftrag der Gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaft (GWG) 1975 für die Wohnanlage an der Kaarster Straße konzipiert hat? "Die habe ich noch nie gesehen", sagte auch Furth-Kenner Fritz Becker staunend angesichts der Arbeit, die sich auf einem Innenhof versteckt.

Die "Drei-Scheiben-Plastik" von Pit Schütz aus dem Jahr 1975 an der Kaarster Straße kannten nur wenige. Foto: woi

Mit der "5. Tour de Furth" von Initiativkreis und NGZ führte jetzt "Reiseleiter" Peter Dieter Schnitzler zu Denkmälern und Kunstwerken in der Nordstadt. Der Regen machte eine Pause und ließ der Sonne den Vortritt, als sich 25 Radler am Samstagnachmittag auf den Weg machten. Die Radtour mündete nach zweieinhalb Stunden in eine "Mobile Redaktion", bei der die Teilnehmer im Willi-Graf-Haus mit Mitgliedern der NGZ-Redaktion über aktuelle Themen "henger de Bahn" sprachen. Dabei zeigte sich CDU-Ratsfrau Anne Holt optimistisch, dass die seit Jahren geforderte Nordstadt-Haltestelle für die Regio-Bahn jetzt realisiert wird: "Wenn alles gut geht, kann der erste Spatenstich im Sommer 2014 erfolgen."

Unüberhörbar war die Forderung der Further, den Nordpark stärker für Freizeitangebote zu entwickeln. "Wenn der Bereich Jröne Meerke als Landschaftsschutzgebiet in der öffentlichen Nutzung immer mehr eingeschränkt wird", sagte Peter Dieter Schnitzler, "dann muss dafür im Nordpark ein Ausgleich geschaffen werden." Nach Auffassung von Schnitzler eignet sich das für die dicht besiedelte Nordstadt so wichtige Thema nicht für Parteien-Streit: "Ich hoffe auf einen interfraktionellen Antrag, der in kleinen Schritten, um die Stadtkasse zu schonen, ein großes Ganzes anstrebt."

Der Initiativkreis selbst geht bereits voran. Er steckt hinter dem Projekt "Skulpturenpfad". Die ersten beiden Arbeiten sollen im Grünzug parallel zur Straße "Neusser Weyhe" aufgestellt werden. Als Künstler wurden inzwischen Jürgen Zaun und Viktor Nono gewonnen.

Auch wenn der "Skulpturenpfad" noch Zukunftsmusik ist, hat die Furth heute schon viele Werke renommierter Künstler aufzuweisen. Neben Marga Groove-Markovic und Pit Schütz sind unter anderem Arbeiten von Erwin Römer ("Die Hühner", Fischerstraße), Hein Minkenberg ("Der Posaunenengel" auf der Christ-König-Kirche am Berliner Platz), Edgar Ruf ("Uma 2", Further Straße), Anne Koch und Thomas Schmidt ("Der Sebastianus-Brunnen", St.-Sebastianus-Platz), Fritz Meyer ("Dusend-Stele", Dusend-Platz), Dieter Patt ("Further Familie", Kaarster Straße), Josef Neuhaus ("Durchbrochener Quader", Neusser Weyhe) oder Friedel Denecke ("Freude", Frankenstraße). Noch neu ist das Ensemble, das Gudrun Salz auf Initiative des Bauvereins am Kotthauser Weg geschaffen hat.

(NGZ/anch)
Mehr von RP ONLINE