Kunstraum Neuss zeigt Malerei von Robin Weuste

Ausstellung im Kunstraum Neuss : Malerei inspiriert von griechischer Mythologie

Von Zentaur bis Pan: 17 Werke hat Akademieabsolvent Robin Weuste für seine Schau ausgewählt. Am Sonntag ist Vernissage.

Auf einem grünen Hügel sitzen zwei grau-schwarze Hunde und sehen in die Ferne: An ihrer Seite haben es sich zwei Kleinkinder bequem gemacht. Sie streicheln die Hunde, eines reckt seinen Arm empor, um dem Vierbeiner eine Weintraube zu reichen.

Jenes Bild hat Robin Weuste schon bei seinem Abschluss an der Kunstakademie in Düsseldorf gezeigt. Nun hat er es für seine Schau „Bacchus Babys“ mit in den Neusser Kunstraum gebracht. Dort stellt der 26-Jährige 17 seiner Werke aus, die an antike Sagenwelten denken lassen. Das Bild mit Hunden und Kindern wurde für den Künstler zum Leitbild für die Schau: „Bacchus war der Gott des Weines und des Rausches“, erklärt der Akademieabsolvent und fügt hinzu: „Auf ähnliche Weise entstehen meine Bilder, ich male das, wo ich Lust zu habe.“ Weuste hat in diesem Jahr seinen Abschluss an der Kunstakademie in Düsseldorf gemacht. Er studierte Malerei in der Klasse des Malers Siegfried Anzinger. Beim Sommerrundgang ist Vereins-Vorsitzende Gerhild Faymonville auf ihn aufmerksam geworden. Dort halte sie immer wieder Ausschau nach jungen Talenten. Denn der Verein der Freunde und Förderer des Museums Kunstraum Neuss möchte besonders junge, noch unbekannte Künstler fördern. Zwar hat Weuste schon öfters in Gemeinschaftsausstellung seine Werke gezeigt, „Bacchus Babys“ ist aber seine erste eigene Schau. „Das ist für mich natürlich etwas Besonderes“, sagt er. Zum ersten Mal müsse er keine Kompromisse eingehen, darauf achten, dass seine Werke zum Gesamtbild passen. Und bei der Gestaltung des Raumes werden ihm keine Vorgaben gemacht: „Wir überlassen es den Künstlern, was und wie sie es zeigen. Es ist schließlich deren Ausstellung und nicht unsere“, sagt Gerhild Faymonville.

Weuste malt auf Leinwand mit Acrylfarbe und Eitempera, wasserverdünntes Eigelb – eine Technik mit der schon da Vinci arbeitete. Weustes Bilder orientieren sich an der antiken Mythologie. Schon als Kind habe er sich für Sagen begeistert, erzählt der Künstler. Sein Lieblingsroman: „Daphnis und Chloe“. Dessen Handlung ist schnell erzählt: Zwei Babys wachsen in der Natur auf, Daphnis wird im Wald von einer Ziege genährt und Chloe in einer Nymphenhöhle von einem Schaf versorgt, ehe beide von einer menschlichen Familie aufgenommen werden. Später verlieben sie sich. „Daphnis“ ist so auch der Titel eines Bildes von Weuste, auf dem er Mann und Frau auf einer Wiese mit Schafherde gemalt hat.

Oft sind es aber auch die Farben, die am Anfang seiner Malerei stehen und aus denen sich alles nach und nach entwickelt: So war es beim Pan, bei dem er zunächst ein kräftiges Blau auftrug und dann nach und nach den Mann mit dem Unterkörper eines Widders hinzufügte. Sein neuestes Werk habe er erst vor zwei Tagen fertiggestellt: Unter gelbem Himmel und auf freiem Feld liegt ein Mann mit feuerrotem Haar und liest ein Buch.

Die Bilder von Robin Weuste sind assoziativ. „Die Betrachter“, so erzählt er, „sollen die Gelegenheit bekommen, sich in Gedanken ihre eigene Geschichte zu bilden.“ Entsprechend schlicht sind auch seine Werktitel: „Ich möchte nicht besonders poetisch klingen, sondern sachlich beschreiben, was auf dem Bild zu sehen ist.“

Info Vernissage mit einer Einführung von Patrick Schad ist am Sonntag um 17 Uhr. Noch bis zum 3. November kann die Schau „Bacchus Babys“ im Kunstraum Neuss von Mittwoch bis Sonntag, 17 bis 19 Uhr, besucht werden.

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