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Neuss: Kunst macht die Furth schöner

Neuss : Kunst macht die Furth schöner

Schaurte-Brunnen, St.-Sebastianus-Brunnen, Further Familie oder das Hagelkreuz an Geulenstraße – Kunstwerke an Straßen und auf Plätzen verschönern nicht nur das Stadtbild, sondern erzählen alle auch eine Geschichte.

Schaurte-Brunnen, St.-Sebastianus-Brunnen, Further Familie oder das Hagelkreuz an Geulenstraße — Kunstwerke an Straßen und auf Plätzen verschönern nicht nur das Stadtbild, sondern erzählen alle auch eine Geschichte.

Herbert Napp war noch frisch im Bürgermeister-Amt, da setzte er den neuen St.-Sebastianus-Brunnen in Betrieb. Das war im Frühjahr 1998. Es hatte etwas Richtungsweisendes, dass der neue Bürgermeister mit einer seiner ersten Amtshandlungen ein Kunstwerk der Öffentlichkeit übergab, das aus einigen Quadratmetern Fläche einen Platz machte.

Seither kann dienstags und freitags an den Ständen des Wochenmarktes eingekauft und kommuniziert werden — geparkt wird am Rand entlang der Furtherhof Straße. Die Schützenbruderschaft hatte das Brunnen-projekt erdacht und umgesetzt.

Wer in Neuss über Kunst im öffentlichen Raum spricht, der denkt nicht sofort an die Nordstadt. Doch wer mit offenem Blick "henger de Bahn" unterwegs ist, der entdeckt einige interessante Objekte. Der Sebastianus-Brunnen gehört dazu. Rund 100 000 D-Mark sammelten damals die Schützen, die aus ihrer Idee einen Wettbewerb für Schüler der Kunstakademie machten.

Am Ende setzte sich die Künstlerin Anne Koch aus Köln durch. Ihr Entwurf wurde umgesetzt. "Wir haben auf Qualität gesetzt", sagt Harald Denner, Pressesprecher der Further Schützen, "und haben so aus einem Plätzchen einen Platz gemacht." Überhaupt engagiert sich die Bruderschaft über das Schützenfest hinaus; sie wirkt weit in die Gesellschaft hinein. Auch die Stele, die den Hermann-Josef-Dusend-Platz schmückt, geht auf ihre Initiative zurück. Der Bildhauer Fritz Meier aus Grimlinghausen hat das Ensemble geschaffen, das im Mai fertig wurde.

Es ist das bürgerschaftliche Engagement, das im Neusser Norden die Kunst auf die Straße bringt — oder vorhandene Brunnen und Objekte wieder ins Blickfeld rückt. Ein Beispiel dafür ist der Christian-Schaurte-Brunnen an der Kaarster Straße, der Dank der Anstrengungen vieler Nordstädter unter der Führung des Initiativkreises wieder Mittelpunkt eines städtebaulich interessanten Platzes ist. Es war Harald Kuhn (47), Steinmetz mit Betrieb an der Normannenstraße, der den Brunnen im wahrsten Sinne krönte und ihm eine Steinkugel auf die Spitze setzte.

In die Aktionen schaltet sich neben Bruderschaft und Initiativkreis auch immer wieder der Werbekreis ein. Ein Ergebnis dieses gesellschaftlichen Dreiklangs ist die Revitalisierung des Hagelkreuzes an der Geulenstraße. Es wurde vom Düsseldorfer Bildhauer Karl Kluth geschaffen und 1975 aufgestellt. Es erinnert an Prozessionen. Dort wurden früher Blumen und Feldfrüchte als Spenden niedergelegt.

(NGZ)