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NGZ-Freizeit-Tipp: Kultur statt Waffen auf der Raketenstation

NGZ-Freizeit-Tipp : Kultur statt Waffen auf der Raketenstation

Kann man sich etwas Schöneres vorstellen, als dass sich ein waffenstarrendes Symbol für den Kalten Krieg in eine Oase für Kunst und Forschung verwandelt? Genau das ist mit der Raketenstation in Hombroich passiert, als die Nato die Basis aufgab und der Gründer der Museumsinsel Hombroich, Karl Heinrich Müller, sie kaufte und zum zweiten Standbein seines Kunst- und Kulturraumes machte.

Seitdem ist fast in jährlichem Rhythmus dort etwas gewachsen, was das Areal zu einem lohnenden Ausflugsziel macht.

Da ist einmal die Natur: Kirschbäume, Wiesen mit Frühlingsblumen, dazu der Kräutergarten, der einzig wegen der vielen dort lebenden Kaninchen sicherheitshalber von einer Betonmauer umgeben ist.

Da sind zum Zweiten die von Menschenhand geschaffenen Gebäude — erbaut von namhaften Architekten wie Tadao Ando (Langen Foundation), Alvaro Siza (Heerich-Archiv) oder Per Kirkeby (Feld-Haus).

Und da ist zum Dritten die reiche Museumskultur, die die unterschiedlichsten Bereiche vereint: Manuskripte der Weltliteratur in der Sammlung Volker Kahmen, zeitgenössische Malerei und Jahrhunderte alte Skulpturen aus Japan in der Langen Foundation, skurrile und beredte Zeugnisse der Kulturgeschichte im Feld-Haus, der Nachlass des Kunstprofessors und Hombroich-Architekten Erwin Heerich — unbedingt genug, um den Ort immer wieder zu besuchen.

(NGZ)