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Kult-Abend über Musik mit Wolfram Goertz in Neuss

Hör-Abend in Neuss : Kult-Abend über Musik mit Wolfram Goertz

Rund 220 Besucher fanden Einlass in den Saal des Kardinal-Frings-Hauses. 70 Interessenten mussten abgewiesen werden.

Seine Abende unter dem Motto „Betreutes Hören“ sind Kult: Wolfram Goertz (58), seit 1989 Musikredakteur unserer Zeitung, gestaltete im Kardinal-Frings-Haus seinen Hörabend unter dem Thema „Sonne, Mond und Sterne“. Eingeladen hatte Münsterkantor Joachim Neugart, die Nachfrage war riesig, 70 Anmeldungen konnten nicht berücksichtigt werden.

Immerhin 220 Zuhörer fanden Platz im Saal des Pfarrzentrums, unter ihnen viele Musiker: der Neusser Komponist Gregor Linßen, Regionalkantor Michael Landsky, Christuskirchenkantorin Katja Ulges-Stein, Andreas Illgner, Konzertmeister des Neusser Kammerorchesters, die Kaarster Seelsorgebereichsmusikerin Annika Monz und viele mehr. Sie alle wollten auch den originellen Kollegen hören, denn Wolfram Goertz hat neben Musikwissenschaften, Philosophie und Medizin auch Kirchenmusik studiert.

Festlich begann der Hörabend mit dem Prélude aus Marc-Antoine Charpentiers „Te Deum“ im Original. Variationen hatte der Referent schon bei Captain Kirk als „Kindheitsträume“ erfahren. In einer attraktiven Mischung erklangen viele Melodien, die vor allem den Mond besangen. Nahezu alle Hörbeispiele entstammten Aufführungen, die Wolfram Goertz als beispielhaft empfand. Johann Sebastian Bachs „Osanna in excelsis“ aus der h-Moll-Messe interpretierte das Prager Barockensemble „Collegium 1704“. Dazu gab es auch Kuriositäten wie DJ Ötzis „Ein Stern, der deinen Namen trägt“. Von Goertz kommentiert mit „ein Stück, das man eigentlich nicht spielen darf, aber es deckt mein Motto komplett ab“.

Und weil Herbert Grönemeyer „ein großartiger Sänger ist, der das Nuscheln mit Selbstbewusstsein zum Markenzeichen gemacht hat“, liest er den Text von „Komet“ vor. Bei „Walking on the Moon“ (The Police, 1979) durfte das Publikum mitmachen. Die Herren hatten den Bass-Riff schnell verinnerlicht, die Damen kamen bei einem „affektierten Zing” meist zu früh. „Ich glaube, wir sollten das Original anhören“, beendete der Referent die Probe.

Mindestens ebenso unterhaltsam waren lehrreiche Erläuterungen zu den Titeln und humorvolle nostalgische Erinnerungen. Seit 41 Jahren arbeitet Goertz als Musikkritiker, seit 30 Jahren bei unserer Zeitung. Weil er seit 2011 die interdisziplinäre Ambulanz für Musikermedizin am Uniklinikum Düsseldorf leitet, bat er bei freiem Eintritt um Spenden für diese Institution: „Wie mir Ekkehard Zimmer, der kaufmännische Direktor der Uniklinik mitgeteilt hat, arbeitet die Musikermedizin im defizitären Bereich.“

Schon jetzt steht fest, dass es im nächsten Jahr weitergeht: Gleich zwei Termine, 20. und 21. April, haben Wolfram Goertz und Joachim Neugart vereinbart.