Künstlerisches Abenteur - Zwei Maler aus Neuss stellen in Nizza aus

Galerie der Dominikaner an der Côte d’Azur : Zwei Neusser Maler stellen in Nizza aus

Regina Bender und Türda Ugurel stehen vor einem künstlerischen Abenteuer. In der zweiten August-Hälfte zeigen sie eine Auswahl ihrer Bilder an der Côte d’Azur. In der angesehenen Galerie des Dominikanerordens sind sie zu Gast.

Neuss und Nice (Nizza) – allein phonetisch scheinen die bodenständige Stadt am Rhein und das elegante Bad an der südfranzösischen Côte d’Azur verwandt. Jetzt folgen zwei Neusser Maler dem „familiären“ Lockruf ans Mittelmeer. Gemeinsam werden Regina Bender (57) und Türda Ugurel (82) in der zweiten August-Hälfte in der angesehenen Galerie des Dominikanerordens in Nizza ausstellen, prominent positioniert in der innerstädtischen Fußgängerzone nahe Oper und Blumenmarkt.

Planen im mediteranen Ambiente ihre gemeinsame Ausstellung im südfranzösischen Nizza: die Künstler Regina Bender und Türda Ugurel. Foto: Ludger Baten

Die bevorstehende Schau in Nizza bringt seit zwei Jahren den Alltag der beiden Neusser durcheinander. „Ich bin so aufgeregt“, sagt Bender, „ich zeige meine Arbeit erstmals im Ausland.“ „Ich freue mich“, sagt Ugurel, „ich werde dort nur sitzen und Leute beim Kommen und Gehen beobachten.“ Urgurel öffnete die Tür zur Galerie. Der Istanbuler, der mit der Berlinerin Susanne verheiratet ist, lebt und arbeitet seit nahezu 40 Jahren als Architekt in Neuss. „Im Stadionviertel sind wir sesshaft geworden“, sagt er.

Auf dem Weg nach Nizza – ein Bender-Gemälde für die  Ausstellung. Foto: Ludger Baten

Bei und neben der Arbeit entstanden zeitlebens künstlerische Blätter. „Als Architekt zeichne ich alle meine Pläne mit der Hand“, sagt Ugurel, „aber ich zeichnete auch immer darüber hinaus.“ Der Hang zum Malen verstärkte sich, als das Ehepaar sich vor zehn Jahren in Nizza eine Zweitwohnung gönnte. Auf seinen Streifzügen entdeckte es die Galerie und fragte, was man tun müsse, um dort an exponierter Location ausstellen zu dürfen. Die Antwort: „Sie müssen sich bewerben.“ Das tat Ugurel und erhielt den Zuschlag. Mehr als zwei Jahre ist das her. Frère Didier kümmert sich für die Dominikaner-Hausherren um die Galerie. Er lege Wert auf Qualität, sagt Ugurel, und lasse nur Gemälde zu: „Aquarelle haben keine Chance.“

Angekommen in Monaco – ein Ugurel-Gemälde mit Côte d’Azur-Feeling. Foto: Susanne Ugurel

Die Galerie mit direktem Zugang zum Kloster ist rund 50 Quadratmeter groß und kann 40 bis 50 Bilder aufnehmen. Der Orden stellt die Infrastruktur, aber Hängung, PR und Betreuung müssen die Künstler beisteuern. Um den Aufwand zu stemmen, hielt Türda Ugurel Ausschau nach einem Mitstreiter und fand ihn in Regina Bender. „Er hat mich angerufen und eingeladen“, sagt die Künstlerin, die in der Sparkassen-Filiale an der Preußenstraße das Gesicht für viele Kunden ist: „So entsteht ein Netzwerk, denn man tauscht sich auch schon mal über Privates aus.“ Zum Beispiel über die gemeinsame Begeisterung für Malerei, Kunst und Kultur.

Für seine Nizza-Schau hat das Duo zwei unterschiedliche Themenwelten komponiert. Jeder für sich. Ugurel wird Landschaften, Stadtansichten, Stimmungen zeigen, die er an seinem Sonnensitz Côte verarbeitet hat. Die Côte d’Azur habe zwei Seiten, sagt er, die augenfällig mondäne und die versteckte, „die uns verzaubert mit ihren engen Gassen und alten Mauern. Ich habe mir gesagt: Male sie, halte sie fest.“ Er versteht seine Bilder als Einladung an den Betrachter: „Lassen Sie uns also jetzt durch die Gassen gehen ...“

Bewusst setzt Regina Bender mit ihrem Reigen einen „Kontrapunkt“. Stillleben, Bilder aus ihrem Alltag, die nur auf dem ersten Blick banal scheinen. Wer sich aber darauf einlässt, wird in eine Welt entführt, die auch immer mit den Augen zwinkert. Ein bisschen Pop-Art, ein bisschen Comic, aber immer gut.

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