1. NRW
  2. Städte
  3. Neuss

Neuss: Künstler Lüpertz schafft ökumenischen Kreuzweg

Neuss : Künstler Lüpertz schafft ökumenischen Kreuzweg

Eine ganze Stadt ist gefordert, etwas zu leisten, was Ewigkeitswert hat. Was die evangelische und die katholische Kirche verbinden und den Bürgern spirituelle Kraft geben wird. Kein Geringerer als der renommierte Künstler Markus Lüpertz wurde angefragt, einen künstlerischen Kreuzweg in der Innenstadt mit sieben Stationen zu errichten.

Skulpturen, Reliefs und Mosaiken plant der 70-Jährige, der über Jahrzehnte Rektor an der Düsseldorfer Kunstakademie war und dort auch lehrte.

"In Neuss leben wir in guter ökumenischer Nachbarschaft", erzählt Jörg Hübner, Pfarrer der evangelischen Gemeinde. Gemeinsam mit den katholischen Gläubigen gehe man schon seit zehn Jahren in der Karwoche den Kreuzweg, der zu verschiedenen Orten in- und außerhalb der Stadt führt. Nun ist die wundervolle Idee entstanden, diese Tradition künstlerisch fortzuschreiben. Die meisten Gläubigen schafften es im Laufe ihres Lebens nicht, nach Jerusalem zu reisen, sagt Hübner. Der Kreuzweg in der eigenen Stadt, mitten in der Öffentlichkeit, sei eine der Zeit angepasste Alternative, gläubigen Menschen beider Kirchen Gelegenheit zu Meditation und Gebet zu bieten.

Die Stadtverantwortlichen haben schon an den Standorten gearbeitet, die infrage kommen. Es sind dies der Platz vor dem Zeughaus, der Durchgang am Sebastianuskloster im Hauptstraßenzug, die Wiese hinter der Christuskirche, die Fassade gegenüber dem Mahnmal am Platz der alten Synagoge, eine Grünfläche an der Dreikönigenkirche und der Wendersplatz mit seinem alten Bunker. "Die genannten öffentlichen Flächen sind zunächst einmal angedachte Standorte", sagt Hübner, "jedoch lassen sich hier gewiss auch noch andere Plätze auftun." Markus Lüpertz ist mit Ernst bei der Sache, er kennt sich aus in Neuss und bewertet dieses künstlerische Projekt als bedeutend für die Bürgerschaft. Gestern Abend hat er vor Mitgliedern des Lions-Clubs Neuss für die Sache geworben. Denn Sponsoren müssen den Kreuzweg ermöglichen.

(NGZ)