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Neuss: Kruppstraße: Zuschuss fehlt

Neuss : Kruppstraße: Zuschuss fehlt

Der Umbau der Kruppstraße kostet 4,7 Millionen Euro, doch die Stadt muss warten, bis sie vom Land den Bescheid bekommt, dass sie die Fördergelder in Höhe von 1,78 Millionen Euro erhält. Der Antrag wurde 2004 gestellt.

Die Stadt möchte die Kruppstraße umbauen und verbreitern, doch wann sie mit den Arbeiten beginnen kann, ist unklar. Zwar hat NRW-Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) insgesamt 145 Millionen Euro an Fördergeldern für den kommunalen Straßenbau bewilligt (siehe Info-Kasten), aber solange die Stadt noch keinen Bescheid bekommen hat, dass sie die angefragten Fördergelder auch erhält, kann sie mit den Umbauarbeiten nicht beginnen. "Sobald wir den Bescheid haben, können wir die Ausschreibung starten", sagt Kai Liebreich, kommunaler Sachgebietsleiter im Bereich Straßenplanung des Tiefbauamtes. "Weil wir europaweit ausschreiben müssen, kann es nach dem Erhalt des Bescheides noch ein halbes Jahr dauern, bis wir wirklich mit den Arbeiten anfangen können", erklärt Liebreich weiter.

Insgesamt soll die Umgestaltung der Kruppstraße von der Ruhrstraße bis Am Blankenwasser 4,77 Millionen Euro kosten, die Stadt wartet darauf, dass sie dafür vom Land 1,78 Millionen Euro Zuschuss aus Bundesmitteln zugewiesen bekommt. Ein Teil der Arbeiten musste schon vorgezogen werden, weil der Landesbetrieb Straßen.NRW es so wollte: Als er eine Brücke für die Autobahn 57 baute, musste die darunter verlaufende Kruppstraße tiefer gelegt werden.

Das wollte die Stadt eigentlich während des kompletten Umbaus tun, doch Straßen.NRW drängte auf ein Vorziehen, damit nicht später Aushub an die fertige Brücke geschüttet würde. "Früher hatten wir unter der Brücke eine Durchfahrtshöhe von 3,90 Metern — da kam kein normaler Lkw durch", beschreibt Liebreich. "Jetzt hat die Unterführung eine Höhe von 4,50 Metern. Das ist deutscher Standard. Die Mitte der Kruppstraße ist also quasi fertig", sagt Liebreich.

Was noch gemacht werden muss: An der Ruhrstraße soll ein Kreisverkehr gebaut werden, der rund 400 000 Euro kosten wird. Bis zur Unterführung soll die Straße komplett neu gemacht werden, inklusive Rad- und Gehwegen, die verbreitert werden sollen. Auch nach der Unterführung muss noch ausgebaut werden, die Kruppstraße soll insgesamt verbreitert werden.

Bis damit aber begonnen werden kann, heißt es warten auf den Bescheid, dass es die 1,78 Millionen Euro als Zuwendung gibt. Erstaunlich ist dabei, dass die Stadt den Antrag darauf bereits im Jahr 2004 gestellt hat und nun also bereits acht Jahre auf die Zusage wartet. "Es werden eben viele Anträge gestellt", sagt Liebreich lapidar.

Und tatsächlich warten einige Städte und Kreise noch länger als Neuss auf die Zuschüsse: Der Kreis Paderborn hat etwa einen Antrag auf 360 000 Euro bereits im Jahr 2001 gestellt, ebenso die Stadt Leverkusen, die 430 000 Euro für den Umbau des Berliner Platzes beantragt hat, und der Märkische Kreis wartet seit 2002 auf 2,88 Millionen. Insgesamt sind von 196 Anträgen aber nur elf älter oder genauso alt wie der der Stadt Neuss.

(NGZ)