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Neuss: Kritik an Werbung auf Bierdeckeln für Sterbebegleitung

Neuss : Kritik an Werbung auf Bierdeckeln für Sterbebegleitung

Mit seiner neuen Aktion "Sterbebegleitung ist Lebenshilfe" will der Diözesanrat der Katholiken im Kölner Erzbistum zur öffentlichen Diskussion anregen. Doch die Kampagne kommt nicht überall gut an. Denn unter anderem werden 10.000 Bierdeckel mit dem Titel der Kampagne bedruckt und bei Pfarrfesten und in Gaststätten ausgelegt. "Ein solch sensibles Thema gehört nicht an eine Kneipen-Theke", sagt Werner Schell vom Selbsthilfenetzwerk Pro Pflege. "Schließlich geht es um aktive Tötung, Selbsttötung und begleitetes Sterben. Wer das ernsthaft diskutieren will, braucht dazu etwas Fachwissen."

Sterbebegleitung und Sterbehilfe seien juristische Begriffe, die es auseinanderzuhalten gelte. "Außerdem ist Sterbebegleitung für die Kirche etwas anderes, als der Normalbürger darunter versteht." Schell begrüßt es, das Thema zu enttabuisieren. Den vom Erzbistum gewählten Weg hält er jedoch für den falschen. "Ich selbst war komplett gegen Sterbehilfe, habe aber erfahren, dass die Palliativmedizin nicht jeden erreicht. Deshalb kann ich nachvollziehen, wenn ein Sterbenskranker sagt: ,Ich will nicht mehr.'"

(sug)