Kreissportbund fordert: Sporthallen in Neuss an Vereine übertragen

Turnhallen in Neuss : „Sporthallen an Vereine übertragen“

Das Land Nordrhein-Westfalen wird in den kommenden Jahren 300 Millionen Euro für die Sanierung von Sportstätten zur Verfügung stellen.

Diese Zuschüsse sind an Bedingungen geknüpft, die in Neuss eine, wie Hermann-Josef Baaken vom Kreissportbund (KSB) hofft, aus seiner Sicht längst überfällige Debatte über die Frage lostreten könnten, wer in den Sporthallen die Schlüsselgewalt ausübt. „Das wird der Stadt Neuss nicht unbedingt gefallen“, sagt der KSB-Vorsitzende.

Der Landtagsabgeordnete Jörg Geerlings begrüßt das Programm „Moderne Sportstätten 2022“ des Landes. Noch nie habe es in NRW eine so hohe Förderung für den Sport gegeben, sagt Geerlings, der diese Unterstützung – nach zuletzt großen Investitionen in Freiluftanlagen – am besten bei der Sanierung der Sporthallen eingesetzt sähe. Das korrespondiert mit dem Wunsch der SPD, die beim städtischen Gebäudemanagement ein eigenes Investitionsprogramm „Gute Sporthalle“ in Auftrag geben und damit den Breitensport absichern will. Basis für den Plan ist eine Bestandsaufnahme für die etwa 50 Turn- und Gymnastikhallen im Stadtgebiet.

Zu dem Landesförderprogramm sind dem KSB erste Eckdaten bekannt geworden. Demnach ist eine Förder-Voraussetzung, dass, so Baaken, die Sportstätten im Eigentum der Vereine stehen oder in einem langfristigen Miet- beziehungsweise Nutzungsvertrag bei ihnen gebunden sind. „Sporthallen müssten deshalb zunächst vertraglich auf die Vereine übertragen werden“, sagt Baaken. „Und dazu rate ich dringend.“ Bei dieser Gelegenheit bekämen die Vereine auch besser in den Genuss der Schlüsselgewalt – was bislang von der Stadt immer abgelehnt worden sei. In diesem Punkt seien nun nicht nur die Verwaltungsmitarbeiter, sondern auch die Sportpolitiker zu überzeugen, die sich, so Baaken, „in ihren Denkweisen immer noch in der Zeit von Turnvater Jahn befinden“. Aus anderen Kommunen, in denen die Hallen schon auf die Vereine übertragen wurden, höre er nur Gutes dazu.

Vereine sollten bereits jetzt – auch gemeinsam mit den Sportbünden – Überlegungen vorbereiten, damit die Antragsstellung im Frühjahr 2019 zügig verlaufen kann, sagt Baaken. Auch Geerlings will nun auf diese Akteure zugehen,um mit ihnen über einen zielgerichteten Einsatz der Fördermittel zu sprechen.