Rhein-Kreis Neuss: Kreispolitiker und Zeitungsmann

Rhein-Kreis Neuss: Kreispolitiker und Zeitungsmann

Als Verlagsleiter ebnete er in drei Jahrzehnten der Neuß-Grevenbroicher Zeitung den Weg vom Verlag zum Medienhaus. Die Erkenntnis, dass der Kreis mehr ist als die Summe seiner acht Kommunen, machte ihn zum überzeugten Kreispolitiker. Heute wird Alfons Kranz 80 Jahre alt.

Von ihm stammt der Gedanke, der Rhein-Kreis sei "wie eine Großstadt" zu führen. Nur in der Gemeinschaft könnten sich die acht kreisangehörigen Städte und Gemeinden behaupten, die er in eine "Igelstellung" sieht, umgeben von den Oberzentren Düsseldorf, Köln, Mönchengladbach und Krefeld. Diese Analyse machte aus Alfons Kranz einen überzeugten Kreispolitiker, der 1975 erstmals in den Kreistag einzog. Das Technologiezentrum Glehn (TZG) und die Wirtschaftsförderung, die Stiftung Sport und der Kreisheimatbund, die Grundwasser-Kommission und der Journalisten-Preis "Pro Ehrenamt" sind Instrumente, die auf Kranz zurückgehen, und als (Kreis-) Klammer dienen. Viele Gratulanten werden heute an viele Initiativen erinnern, wenn Alfons Kranz sein 80. Lebensjahr vollendet.

Kompetenz und Konsequenz im Verbund mit Weitblick, Führungsstärke und Durchsetzungsvermögen zeichneten den gebürtigen Sauerländer aus Olpe in der Politik aus – und auch im Beruf. Fast drei Jahrzehnte prägte er als Verlagsleiter den Erfolgsweg der Neuß-Grevenbroicher Zeitung (NGZ). Am 1. April 1969 kam er zu Gesellschaft für Druckerei AG, deren Vorstand er am 1. Oktober 1975 wurde; bereits drei Monate zuvor war er zum Geschäftsführer des Neusser Zeitungsverlags bestellt worden, in dem die 1873 gegründete NGZ erschien. Kranz ebnete der NGZ den Weg vom reinen Verlag zum modernen Medienhaus. Er vereinte die positiven Merkmale des Publizisten, des Kaufmanns und des Technikers in seiner Person. In die Ära Kranz fiel die Gründung von vielen Anzeigenblättern sowie der erfolgreiche Markteintritt von NE-WS 89.4, dem Radiosender für den Rhein-Kreis Neuss.

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Alfons Kranz pflegt die Nähe zu den Themen, vermeidet aber (zu) schnelle Verbrüderung mit den Handelnden. Diese Distanz verschafft ihm Unabhängigkeit und macht ihn gefragt als vertrauensvollen Ansprechpartner und klugen Ratgeber. Oft schützt die scheinbar harte Schale nur den sensiblen Kern, denn im vertrauten Kreis erweist sich Kranz als aufgeschlossener, geselliger und charmanter Zeitgenosse. Daher genießt Alfons Kranz bis heute in Politik, Gesellschaft, aber auch bei ehemaligen Weggefährten im Beruf großen Respekt, mehr noch, hohes Ansehen und natürliche Autorität.

Mit seiner Familie lebt Alfons Kranz seit vielen Jahren in Glehn, liest viel, wandert gern und liebt das – auch kontroverse, konstruktive – Gespräch bei einem guten Glas Wein. Dazu wird heute ausreichend Gelegenheit sein.

(NGZ)
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