Kreisheimatbund Neuss mit einer Hommage an Max Tauch

Kreisheimatbund als Gastgeber im Neusser Museum : Geburtstagsparty als Hommage an den verstorbenen Max Tauch

Kreisheimatbund richtet Ehrenabend für den Neusser Museumsdirektor im „Clemens Sels“ aus. Ein Dutzend Weggefährten skizzieren das Lebenswerk von Max Tauch, der im Januar 2015 verstarb und am Montag 83 Jahre alt geworden wäre.

Es war seine Party. Am Montag wäre Max Tauch 83 Jahre alt geworden und ein Geburtstag muss gefeiert werden. Das sah der Kreisheimatbund (KHB) um Präsidentin Beate Pricking auch so und organisierte das Fest. Hundert Gäste kamen ins Museum, darunter Verwandte und Freunde, Bekannte und Bewunderer, vor allem aber Mitstreiter und Wegbegleiter. Ein Dutzend von ihnen skizzierten in Kurzvorträgen ein Bild des Mannes, der Neuss und den Neussern so viel gegeben hat – beruflich als Direktor des Clemens-Sels-Museums und ehrenamtlich als Mahner, Stadtführer und Autor bis zu seinem Tod im Januar 2015.

Max Tauch, dieser kenntnisreiche Experte und charmante Erzähler, war an diesem Abend präsent. Alle redeten über ihn. Vornweg Museumsleiterin Uta Husmeier-Schirlitz und ihre Vorgängerin Gisela Götte, die das Werk des früheren Hausherren würdigten. Dabei blickte die Hauptperson zwei Stunden lang von der Leinwand in den Gartensaal des Museums auf ihre Gäste. KHB-Vizepräsident Reinhold Mohr holte die Erinnerung an Tauch durch eine detaillierte Präsentation mit Foto, Lebensdaten, Engagement und Auszeichnungen in den Raum.

So wurde es ein Fest für die Sinne, denn auch die Musik spielte eine wichtige Rolle. Sängerin Ulrike Kamps-Paulsen, begleitet von Ralph Rotzoll, gratulierte mit Liedern in Mundart dem großen Rheinländer Tauch. Dabei reichte der Bogen vom vom Neusser Räuberhauptmann - „Et Leed vom Fetzer“ bis zum kirchlichen „Zom Sanctus“. Doch die Gästeschar hörte nicht nur zu, sie stimmte auch kräftig mit ein: „Dort wo die Erft den Rhein begrüßt ...“

In Kurzbeiträgen berichteten zwölf Referenten über ihre ganz persönlichen Beziehungen und Begegnungen mit Max Tauch. Überraschend waren dabei weniger bisher unbekannte Details („Max Tauch sprach fließend Lateinisch“) als vielmehr die bewusste Erkenntnis, in welcher Breite sich Max Tauch für die Gesellschaft im rheinischen Kulturraum engagierte.

Viel Lob, viel Anerkennung und großer Respekt dominierten, aber auch an eine empfindliche Stelle seiner Vita wurde erinnert: Die Umwidmung von Haus Rottels in ein Schützenmuseum. Ein Beschluss, der sich für den aktiven Schützen Tauch wie eine Niederlage anfühlte. Er hatte das marode Patrizierhaus Rottels vor dem Abbruch gerettet, hatte dort die von ihm aufgebaute Stadtgeschichtliche Sammlung etabliert. Das stadtgeschichtliche Projekt war sein „Lieblingskind“, das mit der Mutation zum Schützenmuseum aber seine Heimat verlor.

Max Tauch lebte und wirkte in Neuss, in der Stadt hat er Spuren hinterlassen, aber er schaute auch immer über den lokalen Tellerrand. So engagierte er sich auch für den Kreisheimatbund, der ihn jetzt mit einem informativen und unterhaltsamen Abend in dem Neusser Museum ehrte, in dem Tauch fast 25 Jahre tätig war. „Das Wirken von Max Tauch darf nicht in Vergessenheit geraten“, sagt KHB-Präsidentin Beate Pricking. Ihr Appell ist mehr als eine bloße Floskel. Das Spitzenpersonal aus Rat und Verwaltung der Stadt Neuss fehlte an diesem Ehrenabend für Max Tauch.

(lue-)
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