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Neuss: Kreisel senken Unfallquote

Neuss : Kreisel senken Unfallquote

Kreisverkehre sind beliebt und bewährt. Alle wollen sie – dennoch: einige sind umstritten.

Kreisverkehre sind beliebt und bewährt. Alle wollen sie — dennoch: einige sind umstritten.

Zu den Kreisverkehren, die nicht funktionieren, gehört auch die Anlage Im Jagdfeld an der Neusser Piuskirche. Dort fährt – anders als auf unserem Foto – auch manches Auto gegen die vorgeschriebene Richtung. Foto: L. Berns

Irgendwann Ende der 1990er Jahre traten sie ihren Siegeszug an: die Kreisverkehre. Seither drängen sie auch in Neuss die Ampelanlagen an den Kreuzungen immer weiter zurück. "Sie drosseln das Tempo und senken die Unfallquote", sagt Franz Kolbecher, Leiter des Amtes für Verkehrsangelegenheiten im Rathaus. Das bestätigt auch Polizeisprecherin Diane Drawe: Kreisweit zähle kein Kreisel zu den so genannten Unfallhäufungsstellen. Laut ADAC-Statistik sinkt die Zahl der Unfälle um 30 Prozent, wenn an Verkehrsknotenpunkten ein Kreisverkehr eingerichtet wird.

Der Kreisverkehr Wolberostraße entlastet den Verkehr. Aber auch dort in der Nordstadt hält sich nicht jeder Fahrer an die Fahrtrichtung, oft werden die Fahrzeuge einfach geradeaus über den Kreisel gelenkt. Foto: Berns, Lothar

Doch nicht jede Kreuzung eignet sich für einen Kreisverkehr. Daran erinnert Planungsdezernent Christoph Hölters. Das Verkehrsaufkommen am Alexianer-, am Hermanns- oder auch am Friedrich-Ebert-Platz sei derart hoch und die Zufahrten derart komplex, dass eine Kreisel-Regelung keine Verbesserungen bedeuten würde. Anders am Wolberoplatz auf der Furth. Der lasse fließenden Verkehr und Richtungsänderungen zu, die zu früheren "Ampelzeiten" nicht möglich waren.

Auch die Kreuzung Jagenbergstraße/Bonner Straße wurde durch einen Kreisel entschärft. Das Besondere – und durchaus umstritten, weil für Ortsfremde schwer zu überblicken – eine Spange führt außen am Kreisverkehr vorbei. Foto: Berns, Lothar

Gleichwohl: Der Wolberokreisel ist so eng, dass Busse und Lkw immer wieder die Mittelinsel überfahren müssen. "Er ist zwar nicht perfekt", sagt Heribert Adamsky, Sprecher des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) in Neuss, "aber er hat für deutliche Verbesserung gesorgt." Gleichwohl sei er für Radler nicht ungefährlich. Auch der Kreisverkehr auf dem Benno-Nussbaum-Platz (Hamtor) sei immer wieder durch Rückstau beeinträchtigt und daher für "Radfahrer unangenehm" zu passieren. Zu den Kreisverkehren, die nicht funktionieren, gehören die Anlagen auf der Neusser Weyhe sowie Virchowstraße/Im Jagdfeld an der Piuskirche. Dort fährt auch manches Auto gegen die Richtung ...

Zu den Kreisverkehr-Fans gehören auch Planungsexperten im Stadtrat. "Grundsätzlich begrüßen wir Kreisverkehre", sagt Peter Ott (SPD). Auch sein CDU-Kollege Karl Heinz Baum findet Kreisel gut, "weil sie den Verkehr flüssig halten und auch die Unfallgefahr absenken."

(NGZ/rl/top)