Neuss: Kreis übernimmt Karrenberg-Schule

Neuss: Kreis übernimmt Karrenberg-Schule

Grüne überwinden Skepsis gegen Abgabe der letzten Neusser Förderschule.

Mit einem halben Jahr Verspätung soll jetzt doch die Herbert-Karrenberg-Schule zum 1. August in die Trägerschaft des Kreises übergehen. Mit dem Beschluss dazu hatte sich namentlich die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen schwer getan, die noch bei der Verabschiedung des städtischen Etats im Dezember nicht bereit war, "unsere Kinder in die Obhut des Kreises zu geben", wie es der Fraktionsvorsitzende Michael Klinkicht ausdrückte. Doch inzwischen sind alle Bedenken ausgeräumt.

Stimmt der Rat kommende Woche zu, gibt die Stadt mit dieser Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen ihre letzte eigene Förderschule ab. Die wird zu 90 Prozent von Kindern aus dem Stadtgebiet besucht. 2015 war sie mit der "Schule am Wildpark" verschmolzen worden, um die Mindest-Schülerzahl auch künftig sicher zu erreichen.

Die SPD hatte den Trägerwechsel schon 2016 gefordert, die Verwaltung in Verhandlungen im vergangenen Jahr die Rahmenbedingungen dafür ausgelotet. Weil wichtige Punkte auf Drängen der Grünen in den Vertrag mit dem Kreis Neuss eingearbeitet worden seien, stimmten nun auch diese zu. "Ich bin sehr froh, dass unsere Anregungen in der Vereinbarung verankert sind", sagt Henny Rönneper im Anschluss an die Schulausschuss-Sitzung. Auch sie hatte befürchtet, dass die Neusser Schüler weitere Wege in Kauf nehmen müssten, das Personal nicht weiter beschäftigt wird oder der Kreis als neuer Träger die noch ausstehenden Umbaumaßnahmen aufschieben könnte.

  • Neuss : Koalition will Karrenberg-Schule behalten

Die Zusammenführung macht vor allem fiskalisch Sinn. Das Schulbudget der Stadt als bisherigem Träger wird jährlich um 320.000 Euro entlastet, zudem entfallen Miete und Nebenkosten in Höhe von rund einer Million Euro, die nicht mehr an das Gebäudemanagement zu zahlen sind. Aus diesem Grund hatte sich auch der Arbeitskreis Haushaltskonsolidierung mit dem Trägerwechsel beschäftigt. Das Schulgebäude soll nun für fünf Millionen an den Kreis verkauft werden.

Aber es macht auch aus anderen Gründen Sinn, wenn der Kreis künftig Träger aller neun Förderschulen in seinen Grenzen wird. So ist nicht zuletzt die Organisation der Schülerspezialverkehre einfacher.

(-nau)