Rhein-Kreis Neuss: Kreis stimmt Stromtrassen-Verlauf nicht zu

Rhein-Kreis Neuss: Kreis stimmt Stromtrassen-Verlauf nicht zu

Der Rhein-Kreis erhebt Bedenken gegen die Verlegung der Höchstspannungsfreileitungen in der von der Netzgesellschaft Amprion bei der Bezirksregierung beantragten Form. Einstimmig formulierten gestern die Mitglieder des Planungs- und Umweltausschusses des Kreis in einer Sondersitzung vielmehr die Forderung, in sensiblen Bereichen – vor allem im Bereich Kaarst, Reuschenberg sowie in Höhe von Gut Gubberath – eine Erdverkabelung als alternative Variante zu prüfen. Und sie pochen in dem laufenden Genehmigungsverfahren auf eine Verschwenkung der Leitungen und die Konzentration auf eine Trasse, die den Abstand zur Wohnbebauung vergrößert. Letzteres bot Carsten Spieker von Amprion erneut an. Während aber im Falle Reuschenbergs ein Abrücken der Leitungen von den Wohnhäusern um 140 Meter im Vergleich Istzustand möglich ist, könnte für die betroffenen Kaarster nur eine Verbesserung von 15 Metern erreicht werden.

Wert legen alle Fraktionen darauf, dass Gesundheitsgefahren für die Bürger entlang der 30 Kilometer langen Trasse auf Kreisgebiet geachtet und Beeinträchtigungen des Eigentums minimiert und gegebenenfalls ausgeglichen werden. Das Positionspapier, das nach Anhörung von drei Bürgerinitiativen entwickelt wurde, wird als Stellungnahme in das Verfahren einfließen. Formal Widerspruch einlegen kann der Kreis nicht. Er besitzt in der Trasse keine Flächen und ist daher nicht direkt betroffen.

(NGZ)
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