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100 Jahre Lukaskrankenhaus: Krankenpflege

100 Jahre Lukaskrankenhaus : Krankenpflege

Das Lukaskrankenhaus ist die älteste, noch bestehende städtische karitative Einrichtung in Neuss. Auch wenn das Klinikgebäude an der Preußenstraße am 3. Juli 1911 in Betrieb genommen wurde, so reichen seine Wurzeln doch bis weit in das Mittelalter zurück.

Ursprünglich gehörte das älteste "Gasthaus", wie Hospitäler im deutschen Sprachraum genannt wurden, zum Stift St. Quirin, und wie die meisten Gasthäuser in Deutschland war es dem Heiligen Geist geweiht. Die ersten schriftlichen Nachrichten über das Hospital stammen aus dem Jahre 1320: Die Stadt und der Konvent an St. Quirin schlossen einen Vertrag, in dem die Verwaltung festgelegt wurde. Diese lag von nun an allein in den Händen der Stadtverwaltung, und auch über die Aufnahme von Kranken und Pflegebedürftigen entschied nur der Stadtrat.

Das Gebäude des Heilig- Geist-Spitals befand sich an der Ecke Oberstraße und Peter- Wilhelm-Kallen-Straße. Während der französischen Besatzungszeit (1794-1814) hatte das Hospital vor allem verwundete und kranke französische Soldaten zu versorgen. In jenen Jahren zeigte sich, dass das alte Haus längst nicht mehr den medizinischen Erkenntnissen der Zeit entsprach. Deshalb bat die mittlerweile gegründete "Hospitalkommission" die französische Verwaltung, das in Staatsbesitz befindliche Klostergebäude der Sepulchrinerinnen gegen das alte Hospital zu tauschen. Doch diese Idee wurde abgelehnt.

Erst 1822 konnte die "Hospitalfrage" endgültig geklärt werden. Am 10. April 1822 schlossen die Hospitalkommission und die preußische Regierung den Kaufvertrag ab. Mit ihm gingen die bis dahin nur gepachteten Gebäude und das Grundstück in den Besitz der Stadt über. Neuss besaß wieder ein eigenes Krankenhaus, das alte Gasthaus wurde an den Fabrikanten J. P. Kallen verkauft. Das "Bürgerhospital" genannte Gebäude auf dem Gelände des heutigen Romaneums sollte bis 1911 als städtisches Krankenhaus dienen.

Im Jahre 1841 waren die hygienischen Zustände im Bürgerhospital äußerst heikel, wie ein Gutachten aus dieser Zeit vermerkt. Deshalb machte die Hospitalkommission im Dezember 1841 den Vorschlag, zwei Schwestern des Düsseldorfer Cellitinnen-Ordens das "Hauswesen" des Hospitals zu übergeben.

Und so begannen im März 1844 zwei Schwestern des Ordens ihren Dienst in Neuss: Johanna Etienne und Franziska Gielgens. Innerhalb weniger Monate erwiesen sich Wirtschaftsführung und Krankenpflege als äußerst effektiv. Aus der Berufung der beiden Schwestern sollte schließlich die 1852 bestätigte Gründung des Ordens der Neusser Augustinerinnen hervorgehen.

Dennoch waren die Kapazitäten des Bürgerhospitals in den 1860er Jahren nicht mehr ausreichend, zumal es beim ersten Ausbruch der Cholera in Neuss 1849 schwierig geworden war, Menschen mit ansteckenden Krankheiten zu "isolieren". Deshalb wurde an der Parkstraße, in der Nähe des Zolltores das "Pockenhaus" errichtet, um dort Patienten mit Cholera, Typhus oder Pocken zu versorgen.

Doch um 1900 erschienen weder Bürgerhospital noch Pockenhaus geeignet, eine gute Gesundheitsversorgung in der wachsenden Industriestadt sicherzustellen. Der Bau eines neuen Krankenhauses war notwendig geworden.