Neuss: Krankenhäuser wegen Grippewelle weiter am Limit

Neuss: Krankenhäuser wegen Grippewelle weiter am Limit

Die Zahlen der bestätigten Influenza-Fälle ist weiterhin konstant hoch. Reiner Breuer besucht "Lukas" und "Etienne".

Die Grippewelle hat auch Neuss weiterhin fest im Griff. Wer sich nach den Kapazitäten im Lukas- oder Johanna-Etienne-Krankenhaus erkundigt, erhält in beiden Fällen die Antwort: "Wir sind voll." Ulla Dahmen, Pressesprecherin am "Lukas", verdeutlicht: "Allein am vergangenen Freitag musste wir 50 Patienten isolieren." Es sei jedoch noch nicht soweit, dass geplante Eingriffe nach hinten verschoben werden müssen, um den "Ansturm" bewältigen zu können.

Im Lukaskrankenhaus gab es im Februar insgesamt 61 bestätigte Influenza-Fälle. Zum Vergleich: 2017 waren es im selben Zeitraum 42 und 2016 sogar nur elf.

Auch die Zahlen aus dem "Etienne" spiegeln diesen Trend wider. "Im Januar sind durchschnittlich zwei Patienten täglich mit grippeähnlichen Infektionen eingeliefert worden", sagt Pressesprecherin Katharina Märkle. Im Februar seien es bereits durchschnittlich vier pro Tag gewesen. Das waren somit 62 Einlieferungen im Januar und 124 im Februar. 2017 waren es in beiden Monaten zusammengerechnet 150 Fälle. Die Zahlen mit den "echten" Influenza-Infektionen in diesem Jahr lägen noch nicht vor. Das Durchschnittsalter der mit grippeähnlichen Symptomen eingelieferten Personen sei 2018 im Vergleich zum Vorjahr von 75 auf 68 gesunken.

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Aber was passiert, wenn Patienten ins Krankenhaus kommen und grippeähnliche Symptome - wie Gliederschmerzen, Husten oder Fieber - aufweisen? "Jeder dieser Patienten wird zunächst isoliert. Denn Influenza-Viren sind hochgradig ansteckend", erklärt Katharina Märkle. Patienten sollten ausreichend trinken - entweder Tee oder Wasser, um den Flüssigkeitsverlust wieder auszugleichen. Sieben Tage lang nach dem Ausbruch sei die Grippe ansteckend.

Informationen, die Bürgermeister Reiner Breuer gestern aus erster Hand erhielt. Denn der Verwaltungschef besuchte am Mittag sowohl das Lukaskrankenhaus als auch das Johanne-Etienne-Krankenhaus, um mit Krankenschwestern zu sprechen, die in den vergangenen Tagen besonders viel gearbeitet haben - und auch weiterhin gefordert sein werden.

(jasi)