Konzert im Hamtorkrug Neuss der Sleeping Dogs von Joe Graßmann

Konzert im Hamtorkrug Neuss : „Sleeping Dogs“ in lockerer Stimmung

Für sein traditionelles Konzert im Hamtorkrug wünscht sich Joe Graßmann jedes Mal andere Musiker.

Das Jahr neigt sich, aber noch wollen sich die besinnlichen Tage nicht so recht einstellen. So auch im Hamtorkrug, der Sport- und Musikkneipe an der Büttger Straße. Während im vorderen Teil zahlreiche Fußballfans auf den Sieg der Düsseldorfer Fortuna gegen Borussia Dortmund hoffen, spielt sich im hinteren Teil der musikalische Abend ab. Johannes „Joe“ Graßmann tritt mit den „Sleeping Dogs“ auf, eine Wechselformation, die sich jährlich am Vorabend des 19. Dezembers trifft, um gebührend in eben seinen Geburtstag zu rocken.

Schlagzeuger Denis Sarp (Die Versenker) stand ebenso auf dem diesjährigen Wunschzettel wie die Gitarristen Charley Maul (Pyger Tyger Band) und Markus Wienstroer (Marius Müller-Westernhagen, etc.). Graßmann, der sich selbst „Wild Bonsai“ nennt, kümmert sich am Bass um die ganz tiefen Töne und den Gesang, das Mischpult ist Hoheitsgebiet von Rainer Assmann.

Als Vorgruppe stehen die Bats auf der Bühne. Die Schwestern Cecile und Alicia covern zusammen mit ihrem Vater Eugen heftiges Schwermetall von AC/DC und Metallica. Hinter Twosome’s Akustik-Musik verbergen sich – als weiteres Warm up – Joes Freund Markus Exner und Sängerin Natalie Horst. „Exe“ mal mit leisen Tönen, tief drinnen aber immer Rocker. Die ellenlange Setlist der „Hunde“ ist gespickt mit Hymnen von Led Zeppelin, den Stones, Van Halen oder Steppenwolf, eine feine Auslese und über Jahrzehnte gereift. „Aber ob wir das alles so runterspielen, weiß ich noch nicht“, sagt Graßmann vorab, „für Improvisationen ist immer Platz“. Ötte – wer kennt ihn nicht – mischt auch gleich mit, muss aber vorne am Tresen erst mal sehen, was seine Fortuna so abliefert.

Im zahlreichen Publikum steht ein sehr entspannter Norbert Schommen, Nachbar und Wirt aus der Gießkanne. Als Fan der Gladbacher Borussia hat er heute schon gewonnen und will an seinem freien Tag einfach mal bei den Kollegen vorbeischauen. Und die Stimmung ist gewohnt locker. Sänger Frank „Elwood“ Henkes hat es sich auch nicht nehmen lassen vorbeizuschauen, donnert gleich mal mit einem „Honky Tonk Woman“ los. „Aber nur, weil Keith heute Geburtstag hat“, sagt Graßmann. Keith Richard, scheinbar untoter Gitarrist der Rolling Stones, wird tatsächlich unvorhersehbare 75 Jahre alt, eine biologische Bestmarke, die das wilde Kleingewächs noch zu knacken hat. Und so wird der Abend rundum perfekt.

Die Stimmung kocht, und es endet – so war ja der Plan – alles andere als weihnachtlich besinnlich.

(maho)
Mehr von RP ONLINE