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Neuss: Konradbad vor der Schließung

Neuss : Konradbad vor der Schließung

Die Verwaltung hält am Ziel fest, ihr letztes Lehrschwimmbecken zu schließen. Den Nutzern wurden Alternativen vorgeschlagen, die auf wenig Gegenliebe stoßen. Die SG Gnadental sieht sich vor der Vereinsauflösung.

Im Rathaus trudeln derzeit nahezu täglich Stellungnahmen von Schulen und Vereinen ein, die bis jetzt das Lehrschwimmbecken an der St. Konrad-Grundschule nutzen konnten. Sie sollen sich zu einem Alternativvorschlag äußern, mit dem ihnen die Stadt einen Verzicht auf dieses Bad erträglich gestalten will. Etliche Nutzer dieses so genannten Konradbades formulieren Bedenken, doch besonders deutlich benennt Andrea Knoop, die zweite Vorsitzende der SG Gnadental, die Konsequenzen einer Schließung: "Unser Verein wird sich wohl auflösen müssen."

Die Schließung des Lehrschwimmbeckens an der St. Konrad-Schule wurde im vergangenen Jahr von der Verwaltung vorgeschlagen. Sie will damit etwa 90 000 Euro jährlich sparen. Vor diesem Termin konnte die Schließung nicht angesprochen werden, weil die Dividende, die die Stadt für ihre RWE-Aktien einstreichen kann, an den Verwendungszweck Konradbad gebunden waren. Dieser Zusammenhang wurde erst im Vorjahr aufgelöst.

Demonstrationen, nicht zuletzt der Schulpflegschaft der St. Konrad-Schule, hatten im Herbst einen "Wenn-Dann-Beschluss" zur Folge. Nur wenn die Stadt allen betroffenen Schulen und Vereinen Schwimmzeiten in anderen Neusser Bädern in gleichem Umfang anbieten kann, sollte auch das Konradbad geschlossen werden dürfen. Darauf arbeitet die Verwaltung hin, auch wenn Pressesprecher Peter Fischer die Offenheit des Verfahrens betont. Erst in der Sportausschusssitzung im September will die Verwaltung ihr Konzept vorstellen. Und dann sei es Sache der Politik, zu entscheiden. Und: Schwimmzeiten wurden noch nicht gekündigt

Dem Beschluss entsprechend, hat die Bäder- und Eissporthallen GmbH (NBE), eine Tochter der Stadtwerke, Vorschläge für die Schulen und Vereine erarbeitet, bestätigt NBE-Geschäftsführer Mathias Braun. Mit diesen trat die Stadt an die Nutzer heran. Dass es kritische Reaktionen gab, kam, so Braun, "nicht ganz unerwartet." Diese Bedenken würden gesammelt und ein Gesamtvorschlag erarbeitet. Braun schließt aber nicht aus, dass die Belegung der Bäder insgesamt dazu überprüft wird.

Für die SG Gnadental, die mit vier Gruppen das Konradbad nutzt, ist die vorgeschlagene Alternative Südbad keine Option. Die Anbindung gerade für die vielen Wassergymnastik-Teilnehmer jenseits der 70 sei schlecht, betont Knoop. Aber Geschäftsführerin Ingrid Festl, die selbst solche Gruppen leitet, fährt noch handfestere Argumente auf. Die Warmwasserzone im "Spaßbereich" des Bades ist für Wassergymnastik – einfach zu flach.

(NGZ/url)