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Neuss: Konradbad für einen Euro zu mieten

Neuss : Konradbad für einen Euro zu mieten

Die Stadtverwaltung schlägt dem Förderverein des von der Schließung bedrohten Lehrschwimmbeckens vor, das Bad für einen Euro anzumieten.

Der Fortbestand des Konradbads steht weiter zur Diskussion. Jetzt hat die Stadtverwaltung dem neu gegründeten Förderverein des Schulschwimmbeckens ein Angebot gemacht: "Wir könnten das Bad für den symbolischen Betrag von einem Euro mieten", erzählt der Vorsitzende des Fördervereins, Frank Heidemann. Die Stadt stellt dafür, wie Stadtsprecher Peter Fischer bestätigt, die betriebswirtschaftlichen Daten zur Verfügung, damit der Verein das Angebot prüfen kann.

Eigentlich hatte der Rat der Stadt beschlossen, das zur St. Konrad-Schule gehörende Bad zu schließen. Damit war allerdings die Voraussetzung verbunden, dass den im Konradbad aktiven Vereinen in anderen Schwimmbädern Alternativen vorgelegt werden, um den Fortbestand des Trainingsbetriebs zu garantieren. Eine entsprechende Vorschlagsliste hatte die Verwaltung erarbeitet, die jedoch im Sportausschuss einhellig als "unausgegoren" kritisiert worden war.

Die Vermietung an den Förderverein des Konradbads wäre für die Stadt in dieser Situation eine kostengünstige Alternative. Denn so ließen sich die Betriebskosten in Höhe von 220 000 Euro einsparen. Die Kostenfrage, um die es in der Schließungsdebatte stets ging, wäre gelöst — zumindest für die Verwaltung. Denn die würde sie mit der Vermietung einem Dritten aufbürden. Frank Heidemann, dessen Förderverein bis Ende Februar Zeit hat, das Angebot zu prüfen, ist skeptisch. "Selbst ein großer Verein hätte Schwierigkeiten, eine so hohe Summe zu stemmen", sagt er.

Dafür brauche der Verein, der erst im Dezember neu gegründet wurde, mehrere große Sponsoren., die derzeit nicht in Sicht sind. Der Förderverein ist daher bereits dabei, Gegenvorschläge zu dem Mietangebot zu erarbeiten. Etwa, dass die Stadt weiterhin die Betriebskosten trägt, diese aber durch Spenden gemindert werden. "Wir könnten beispielsweise die Koordinierung der Vereine übernehmen und die Auslastung steuern", sagt Heidemann, der daran erinnert, dass sein junger Verein nur aus Ehrenamtlern besteht, die sich für das Konradbad zwar gerne einsetzen wollen, aber nicht in der Lage sind, mit Tausenden Euros für das Bad einzustehen.

(NGZ/rl)