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Neuss: Konradbad-Befürworter wollen weiter kämpfen

Neuss : Konradbad-Befürworter wollen weiter kämpfen

Aktuelle Meldungen zeigen es: Jedes zweite Kind in der vierten Klasse kann nicht schwimmen. Umso wichtiger ist es den Schülern, Lehrern und dem Förderverein, dass das Konradbad in Gnadental erhalten bleibt. Das zur gleichnamigen Grundschule gehörende Bad ist das erste und inzwischen letzte Lehrschwimmbecken der Stadt. Seit 1965 haben dort zahlreiche Kinder das Schwimmen gelernt, und so soll es auch weitergehen, zumindest wenn es nach dem Willen der Eltern und der nutzenden Vereine geht.

Nachdem die Diskussion um die Zukunft des Bades kein Ende zu nehmen scheint, trafen sich jetzt Mitglieder des Arbeitskreises Sport und des Ortsvereins-Süd der Neusser SPD, des Vorstands des Fördervereins Konradbad und Winfried Godde, Schulleiter der St.-Konrad-Schule, um das "erhaltenswerte Kleinod" zu besichtigen

Seit 2011 droht dem Lehrschwimmbecken die Schließung, allerdings war der damalige Ratsbeschluss an die Bedingung geknüpft, dass alle Bad-Nutzer Alternativen in anderen Neusser Bädern angeboten werden können. "Das ist sicher möglich. Aber wichtig ist die Frage nach der Umsetzbarkeit", sagt Frank Heidemann, Vorsitzender des im Dezember gegründeten Fördervereins. Winfried Godde erklärt: "Die Vorteile des Bades liegen auf der Hand: Dort haben Schüler und Lehrer kurze Wege und ein übersichtliches Bad, in dem es möglich ist, mit nur einer Lehrkraft zu unterrichten. Zu den großen Bädern wären die Klassen 90 Minuten unterwegs, um 30 Minuten zu schwimmen. Das kann doch nicht gewollt sein." Insgesamt sechs Grundschulen nutzen das Konradbad, ebenso die Vereine SG Gnadental, TSV Norf, Neusser Schwimmverein, TG Neuss, die Deutsche Rheuma-Liga NRW und die Selbsthilfegruppe Osteoporose & Knochengesundheit. Sie alle hängen am Konradbad, das einen geschützten Raum für Wassersport bietet, in dem sich auch Menschen mit Hemmungen wohlfühlen können. Das bestätigte auch Gisela Huck von der TG Neuss: "Wir müssen inhaltlich diskutieren. Sobald es um die Finanzen geht, spricht sich die Verwaltung ohnehin gegen das Bad aus." Ohnehin sei es unklar, wie hoch die Kosten für den Unterhalt des Bades überhaupt seien. "Zahlen zwischen 20 000 und 400 000 Euro kursieren. Das ist ein Mysterium", beschweren sich die Befürworter des Bades, und: "In den vergangenen Jahren wurden rund 450 000 Euro in das Konradbad investiert. Wir haben hier ein intaktes, perfekt geeignetes Bad, das von montags bis samstags beinahe durchgehend belegt ist." Am kommenden Mittwoch steht das Konradbad auf der Tagesordnung des Schulausschusses. "Wir wollen nach Möglichkeit das Bad erhalten", sagt Heinz London, Vorsitzender des Sportausschusses. "Um zu entscheiden, wie es weiter geht, ist es wichtig zu wissen, welche Kosten das Bad verursacht."

(NGZ)