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Kommunalswahl 2020 in Neuss: Nachwuchspolitiker diskutieren mit Schülern vom "Humboldt"

Kommunalwahl in Neuss : Nachwuchspolitiker diskutieren mit Schülern

Vier Nachwuchspolitiker von CDU, SPD, Grüne und FDP diskutierten am Dienstagnachmittag mit Oberstufenschülern des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums. Unter anderem ging es um Klimaschutz, Mobilität und die Gestaltung der Innenstadt.

Die Beteiligung bei der Neusser Kommunalwahl 2015 lag bei 40,2 Prozent – damit sich das am 13. September 2020 nicht wiederholt, müssen vor allem Erstwähler mobilisiert werden. Dazu und generell zur politischen Bildung trug am Dienstagnachmittag eine Podiumsdiskussion von Neusser Nachwuchspolitikern mit Schülern des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums bei. „Die gesamte Oberstufe besteht aus Erstwählern“, erklärte Schulleiter Markus Wölke. Um sie für kommunalpolitische Themen und Meinungsbildung zu sensibilisieren, hatten Oberstufenschüler aller Grund- und Leistungskurse des Fachs Sozialwissenschaften Fragen vorbereitet. „Die Schüler sind Feuer und Flamme und sehr interessiert“, sagte Markus Wölke, der selbst Sozialwissenschaften unterrichtet. 75 Schüler nahmen unter Abstands- und Hygieneregeln in der Mensa Platz, jeweils 20 Schüler der Stufen Q1 und Q2 waren aus sechs Räumen dazugeschaltet. Im Vorfeld der Landtagswahl 2017 gab es bereits eine ähnliche Veranstaltung. Die Moderation übernahmen Bennet Varro und Leonie Kir, Chiara Tapper bündelte die Fragen aus dem Chat. Auf der Bühne präsentierten sich Linda Markert (18 Jahre, Grüne), Maxim Chalotra (20 Jahre, FDP), Björn Tuscher (30 Jahre, CDU) und Ronald Voigt (24 Jahre, SPD). Nach einer kurzen Vorstellungsrunde mit biographischen Daten erläuterten die Jungpolitiker ihre politischen Ambitionen, die sich vorwiegend aus familiären Vorbildern und lokalen Themen speisten. Maxim Chalotra brachte es auf den Punkt: Jugend müsse Politik mitgestalten und Demokratie lebe nun mal vom Wählen. Die Fragen der Schüler bezogen sich ausschließlich auf Lokales: Digitalisierung der Schulen, Maßnahmen zum besseren Klimaschutz, Mobilität, Situation des öffentlichen Personennahverkehrs, angestrebte Klimaneutralität in Neuss 2035, Gestaltung der Innenstadt, Geschäftssterben und Leben in Neuss in zehn Jahren wurden von den Nachwuchspolitikern routiniert beantwortet – nur am Schluss wurden die Wortbeiträge etwas lebhafter. Als junge Menschen waren die Eingeladenen nah dran an den Schülern und bemängelten die oft schlechte Anbindung des Personennahverkehrs oder die mangelnde Attraktivität der Innenstadt zur Freizeitgestaltung. Sie vermittelten aber auch den Eindruck, dass es schwierig ist, Vorhaben durch Ausschüsse zu bringen. Das politische Tagesgeschäft ist nicht einfach – aber immer noch besser als nichts zu tun. Von daher nochmal ihre eindringliche Bitte an alle zum Schluss: bitte wählen gehen! Die Meinungen der Schüler zur Podiumsdiskussion waren geteilt. Lena (17) fand das Ganze zur weiteren Information vor der Wahl sehr wichtig, auch wenn sie sich bereits entschieden hat. Sie hätte sich nur mehr Zeit gewünscht. Ebru (18) hingegen zeigte sich enttäuscht: Ihr gefiel die Diskussion nicht so gut, weil nur Probleme und Chancen der Neusser Innenstadt zur Sprache kamen und Randbezirke wie Erfttal, wo sie wohnt, nicht erwähnt wurden.