Kommission stimmt Fällung des Naturdenkmals Kastanienallee in Selikum zu

Naturdenkmal in Selikum bedroht : Kommission stimmt Fällung des Naturdenkmals Kastanienallee zu

Mit einem eigenen Gutachten wehren sich die Anwohner von Selikum gegen die Absicht der Stadt, die Bäume der als Naturdenkmal anerkannten Kastanienallee fällen zu wollen.

Beim Ortstermin am Dienstagabend eröffneten rund 20 Nachbarn um den ehemaligen Planungsdezernenten Stefan Pfitzer den Mitgliedern der Baumkommission, dass ein von ihnen zugezogener öffentlich bestellter Sachverständiger nur vier der Bäume tatsächlich verloren gibt. Und dass er den von der Stadt diagnostizierten Brandkrustenpilz, mit dem elf Kastanien befallen sein sollen, nicht finden konnte. Der Sachverständige gibt aber in seiner schriftlichen Stellungnahme zu, die Bäume nur einmal und nur visuell in Augenschein genommen zu haben.

Die Kommissionsmitglieder um Michael Klinkicht kamen trotzdem zu dem Schluss, die von der Verwaltung vorgetragene Absicht zu unterstützen. Allerdings will Ingrid Schäfer (CDU) vor einer endgültigen Entscheidung noch das Gutachten einsehen, auf das die Stadt ihre Einschätzung stützt. Das soll kommende Woche im Umweltausschuss vorgelegt werden.Mit dem Gutachten hat die Stadt nur ihre eigene Ansicht noch einmal absichern wollen, erklärte Henrike Mölleken, die Leiterin des Amtes für Stadtgrün, die selbst Baumsachverständige ist. „Das ist auch für uns keine schöne Aktion, die wir da vor der Brust haben“, betonte sie, blieb aber bei ihrem Befund. Die Folgen zeigte einer ihrer Mitarbeiter auf, der den befall durch den Brandkrustenpilz unumkehrbar nannte. Und weil dieser Pilz den unteren Stamm befällt, das Holz zersetzt und die Leitungsbahnen verschließt, sei ein befallener Baum auch durch Rückschnitt oder Pflegemaßnahmen nicht mehr zu retten

Neben der politischen Debatte wird es vor dem Ratsbeschluss über die Bäume noch eine Bürgerversammlung geben.Termin: 17. September, 18 Uhr im Kinderbauernhof. Die Anwohner wollen sich jedoch noch vorher treffen und ihr Vorgehen beraten.

Wenn die Verwaltung die über 100 Jahre und ortsbildprägende Allee trotzdem fällen muss und die Bäume durch Edelkastanien ersetzt,  dann sollen das nicht Bäumchen mit nur 20 Zentimetern Stammumfang sein. Diese Zusage der Verwaltung nahmen sie ebenso mit wie die, die neue Allee bis zum Nixhütter Weg zu verlängern.