Kommentar: Die CDU Neuss sucht ihren Bürgermeister

Kommentar: CDU Neuss sucht ihren Bürgermeister : Anständigkeit? Ja. Aber nicht zuviel

Die CDU sucht einen Bürgermeisterkandidaten. Dabei benehmen sich alle sehr anständig. Zu artig, um eine echte Kontroverse auf dem Podium in Gang zu bringen. So blieb am Mittwoch alles, was von den Kandidaten gesagt und behauptet wurde, unkommentiert nebeneinander stehen.

Ein „Faktencheck“ oder ein Nachhaken der Moderatorin hätte geholfen, einiges gerade zu rücken.

Zum Beispiel Bärbel Kohlers Behauptung, der Flächennutzungsplan sei beschlossen (was noch aussteht), Ruth Sternemann-Böckings Ruf nach freiem W-Lan in der City (das es längst gibt) oder Sebastian Rosens Behauptung, 2014 mit seiner Kandidatur knapp gescheitert zu sein. Bei einem Drittel Stimmanteil ist das stark geschönt. Trotzdem war die Kandidatenvorstellung wertvoll, denn es wurde deutlich, wer mehr zu bieten hat als den Satz: „Ich liebe diese Stadt“.

Abzuwarten bleibt, ob sich einzelne Kandidaten noch steigern. Verstärkt sich aber der Eindruck aus der Auftaktveranstaltung, dann haben die Zuhörer in Weckhoven den neuen Bürgermeisterkandidaten gesehen – weil die weiblichen Bewerber chancenlos bleiben werden. Rosen oder Kuhl? Nein. Wohl eher: Büchler oder Wolters.

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