Neuss: Kochen für den Dreck-Weg-Tag

Neuss : Kochen für den Dreck-Weg-Tag

Beim Dreck-Weg-Tag in der Nordstadt wollen die Malteser alle fleißigen Helfer mit einer Erbsensuppe aus der Feldküche versorgen. Damit die auch richtig schmeckt, gab es im Vorfeld einen Lehrgang im "Feldkochen".

Auf dem Einkaufszettel stehen acht Kilogramm Erbsen und fünf Kilogramm Kartoffeln, außerdem Sellerie, Möhren und Würstchen. Damit können die Malteser beim Dreck-Weg-Tag, der morgen in der Nordstadt stattfindet, 150 Helfer mit Erbsensuppe versorgen. Erstmals hat der Malteser Hilfsdienst zuvor einen Feldkochlehrgang angeboten — und am Wochenende ist der Praxistest.

In dem Kursus haben die 13 Teilnehmer an zwei Wochenenden viel Theorie büffeln müssen. Die beiden Bundeswehrköche Matthias Schneider und Stefan Gutacker unterrichteten über die Erstellung eines Speiseplans, die Hygienevorschriften für Mensch und Ware, das Einhalten der Kühlkette sowie die Sauberkeit und Sicherheit an der Feldküche. Die richtige Kalkulation der Lebensmittel gehörte also genauso zu den Lehrinhalten wie das Kartoffelschälen.

Vor der Zubereitung werden Hände und Unterarme gewaschen und desinfiziert, entsprechende Kopfbedeckung und Haarnetze sind zu tragen. Der Lkw-Anhänger mit der Feldküche wiegt zweieinhalb Tonnen, mindestens drei Personen müssen bei der Benutzung auf die Geräte und Anzeigen achten. "Ein falscher Umgang ist lebensgefährlich", warnt Matthias Schneider.

Zubereitet wird die Erbsensuppe in zwei Druckkochkesseln, die durch Gasbrenner befeuert werden. "Der Einsatz auf dem freien Feld unter den widrigsten Umständen ist Stress pur. Deshalb muss jeder den Umgang im Schlaf beherrschen", sagte Stefan Gutacker. Dazu gehört der richtige Aufbau: Der Untergrund muss fest, eine Abzugsmöglichkeit gegeben sein. Anhand einer eingebauten Wasserwaage wird der Anhänger gerade ausgerichtet. Bevor es mit dem Kochen losgeht, müssen alle Geräte gesäubert und desinfiziert werden. Das gilt auch für die überdimensionalen Suppenkellen und Schneebesen. Die beiden Kochkessel haben jeweils ein Fassungsvermögen von 150 Litern. Bei der Portionierung gilt die Faustregel: 500 Milliliter pro Person. Gewürzt wird nach Augenmaß. Damit sich keine Bakterien und Keime entwickeln können, muss beim Kochen eine Mindesttemperatur von 65 Grad eingehalten werden.

Die Feldküche der Malteser entstammt aus dem Bestand der Bundeswehr. Nicht nur Suppen können mit ihr zubereitet werden. "Selbst Gourmetküche ist machbar", sagt Stefan Gutacker. 250 Personen können versorgt werden, die Menge bei Eintöpfen reicht sogar für bis zu 400 Hungrige. Am Samstag wird sich dann beim Dreck-Weg-Tag nicht nur zeigen, ob die Menge reicht, sondern auch, ob's schmeckt.

(NGZ)
Mehr von RP ONLINE