Koalition von CDU und Grünen in Neuss will keine "Container-Schulen"

Schulentwicklung in Neuss: Koalition will keine Container-Schulen

Seit 2014 gibt es eine Prioritätenliste, um die Container an Schulen durch Festbauten zu ersetzen.  Den Konsens darüber wollen CDU und Grüne jetzt zugunsten der Pestalozzi-Grundschule aufkündigen. 

Mit dem Schulentwicklungsplan für die weiterführenden Schulen verabschiedet der Rat am heutigen Freitag auch eine klare Festlegung auf bauliche Standards: „Containeranlagen sollen grundsätzlich vermieden werden.“ So hat es eine interfraktionelle Arbeitsgruppe festgelegt. Tatsächlich aber wird die Pestalozzi-Grundschule bald die Schule in Neuss sein, wo mehr Klassen in Containern unterrichtet werden als in festen Gebäuden.

Das darf nicht sein, meint die Koalition von CDU und Grünen. Sie stellt im Schulausschuss am 20. November den Antrag, die Container an der Grundschule, die zum Teil 40 Jahre alt sind, durch einen Festbau zu ersetzen. Und weil die Schule wächst und erstmals vier erste Klassen eingerichtet hat, soll sie zugleich erweitert werden.

Gisela Hohlmann gefällt der Antrag nicht. „Die Notwendigkeit würde ich sofort unterschreiben“, sagt sie. Doch den Vorstoß wertet die Vorsitzende des Schulausschusses als Versuch zu dem Prinzip zurückzukehren: Wer am lautesten ruft, bekommt auch was. „Eigentlich ist aber jede Schule eine Baustelle“, sagt sie. Im Rat wird sie deshalb heute fordern, dass das zuständige Gebäudemanagement Neuss (GMN) im März, wenn der Finanzausschuss eine ganze Sitzung nur diesem Tochterunternehmen widmet, alle Probleme benennt und seine Pläne offenlegt.

Denn die ändern sich laufend, sagt sie. 2014 begab eine Begutachtung dieser als Provisorium gedachten Bauten, dass zwar keine Anlage mangelhaft, aber vier auch nur ausreichend sind. Darunter die Pestalozzischule. An der daraus abgeleiteten Prioritätenliste hat sich seitdem wenig getan. Die Karl-Kreiner-Schule, deren desolaten „Baracken“ die Containerdiskussion in Gang gesetzt hatte, steht nun für 2019 im GMN-Wirtschaftsplan. Die Pestalozzischule nicht. Erst für 2022 taucht ein mit 168.000 Euro bezifferter „Merkposten“ darin auf — für die Generalsanierung des Schulgebäudes. Von den Containern und Pavillons kein Wort. Und  Schulleiterin Maria Meyen  fürchtet, dass ihre Schule auch auf dieser Liste noch weiter nach hinten rutschen könnte.

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Grund dazu hat sie. Denn nachdem die „Container-Prioritätenliste“ gleich Makulatur wurde weil, wie Hohlmann erklärt, Themen wie die Flüchtlingsunterbringung oder die Schaffung neuer OGS- und Kita-Plätze dringlicher wurden, diktiert alleine die Rückkehr der Gymnasien zu „G 9“, dem Abitur nach neun Jahren, neue Aufgaben. Auch das macht der heute vorliegende Schulentwicklungsplan deutlich. Die Projektlisten im GMN-Wirtschaftsplan müssen ganz neu geschrieben werden, sagt Hohlmann.

CDU und Grüne werden sich damit nicht zufrieden geben können. Namentlich die CDU stellt sich hinter die von vielen Eltern vorgetragene Forderung, die Containerjahre zu beenden. „Wir teilen die Auffassung, dass eine Schule in einer als Provisorium genutzten Containeranlage schon lange nicht mehr den Anforderungen an eine moderne Schule entspricht“, sagt  Bernd Ramakers, CDU-Kreistagsabgeordneter für Grimlinghausen.

„Wir arbeiten mit vielen Provisorien. Das ist Fakt“, pflichtet ihm Schulleiterin Meyen zu. Wenn irgendwo ein Problem aufträte, das die Räumung auch nur eines Klassenraumes nötig macht, „dann wüssten wir nicht wohin“.

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