Neuss: Knappe Mehrheit für Nevsehir

Neuss: Knappe Mehrheit für Nevsehir

Neuss (-nau) Das Tauziehen in der Frage, mit welcher türkischen Stadt Neuss eine Städtepartnerschaft schließt, wurde am Freitag Abend im Rat mit knapper Mehrheit entschieden. 30 von 58 Stadtverordneten stimmten in geheimer Wahl für das anatolische Nevsehir und folgten damit der Empfehlung des Partnerschaftskomitees und des Integrationsrates.

Neuss (-nau) Das Tauziehen in der Frage, mit welcher türkischen Stadt Neuss eine Städtepartnerschaft schließt, wurde am Freitag Abend im Rat mit knapper Mehrheit entschieden. 30 von 58 Stadtverordneten stimmten in geheimer Wahl für das anatolische Nevsehir und folgten damit der Empfehlung des Partnerschaftskomitees und des Integrationsrates.

Nach Auszählung der Stimmen applaudierte allerdings nur die SPD, die das Thema über Monate vorangetrieben hatte. Der Universitätsstadt Bolu wird eine Städtefreundschaft angeboten, für die 35 Stadtverordnete optierten. Angesichts der Tatsache, dass bei diesem ebenfalls geheimen Wahlgang für Nevsehir schon alles klar war, nannte Bürgermeister Herbert Napp das Ergebnis traurig. Er hoffe, dass die 17 Nein-Stimmen nicht gegen die Stadt Bolu gerichtet seien.

Das Thema Städtepartnerschaft hatte schon viele Gremien beschäftigt. Nachdem zuletzt klar war, dass es keine einheitliche Festlegung auf nur einen Bewerber geben würde, wollte Napp wenigstens das Thema ohne Aussprache zur Abstimmung bringen. Er wollte ein positives Signal nach außen und keine vielleicht sogar polemische Debatte.

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Gerhard Quentin (Unabhängige) allerdings drängte auf eine Debatte. Nachdem die - auch türkischen - Zuschauer aus dem Saal gewiesen worden waren, sagte er auch warum: Aus Nevsehir stammende Türken sollen Stadtverordnete "massiv bedroht" haben. Doch der Ratskollege, von dem er dies gehört haben will, schwieg am Freitag. Das Thema wurde weiter öffentlich behandelt, zu einer Aussprache kam es nicht mehr.

Für Karl-Rüdiger Himmes (CDU), der sich am Freitag in der NGZ noch für Bolu ausgesprochen hatte, kommt es nun entscheidend auf den Praxistest an. "Jetzt machen wir Austauschprogramme und sehen dann ganz empirisch, mit wem es besser klappt", erklärte der Vorsitzende des Partnerschaftskomitees.

Karl-Heinz Baum (CDU) sieht noch eine andere Unsicherheit. Was, so frage er, wenn sich Nevsehir doch dazu entschließt eine Partnerschaft mit Pforzheim zu begründen? Von dort liegt ein entsprechendes Angebot vor. Baum könnte verstehen, wenn Nevsehir zu Neuss Nein sagt. Bei dem Ergebnis.

(NGZ)
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