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Neuss: Kleingärten sind stark vom Sturm beschädigt

Neuss : Kleingärten sind stark vom Sturm beschädigt

Die Schrebergärten "Lange Hecke" wurden vom Sturm stark getroffen. Nicht geklärt ist, wer dort umgestürzte Bäume beseitigen lassen muss.

Es ist ein Bild der Verwüstung, das sich den Mitgliedern des Kleingärtnervereins Nordkanal auch zehn Tage nach Sturm "Ela" bietet: Die Wege zu ihren Gärten sind durch umgestürzte Bäume versperrt, überall abgebrochene Äste, verbogene Zäune und völlig zerstörte Gartenhäuschen. Besonders schlimm hat es die kleinste Gartenanlage "Lange Hecke" kurz vor der Ortsausfahrt Richtung Kaarst getroffen. Das Betreten der acht kleinen Schrebergärten ist besonders am Eingang lebensgefährlich.

"Und das wird es wohl auch noch einige Tage bleiben", sagt Anja Bongartz, Obfrau der Gartenanlage. Sie verfolgte den Orkan vom Balkon aus und musste zusehen, wie am Pfingstmontag gegen 21 Uhr ein Baum nach dem anderen in das Areal stürzte und alles mit sich riss, was im Weg stand.

Das Problem: Bis heute ist nicht eindeutig geklärt, wer, beziehungsweise welche Versicherung die Kosten für die Baumfällarbeiten auf dem Grundstück des Gärtnervereins aufkommen muss. Denn insbesondere aus den Nachbargrundstücken, die direkt an die Gärten angrenzen, sind gleich mehrere bis zu 25 Meter hohe Tannen in die Anlage gestürzt. "Jetzt liegen die schweren Bäume so, dass sie alles versperren und sich bei weiteren starken Böen erneut gefährlich verschieben können", sagt Anja Bongartz.

Zwischen den Kleingärtnern und den Nachbarn, deren Bäume auf das Areal gekracht sind, herrsche bis jetzt Uneinigkeit über die Frage der Verantwortung für den Schaden. "Viele Bäume waren alt und wurden kaum gepflegt. Erst wenn geklärt ist, welche Versicherung die Kosten für welche Problemfällungen trägt, können die Wege frei geräumt werden", erklärt Bongartz. Zu ihrer eigenen Parzelle kommt die Obfrau der Anlage an der "langen Hecke" nur, wenn sie über die provisorisch aufgestellten Leitern über die verbogenen Zäune klettert und über andere Grundstücke geht. Direkt am Eingang liegt eine schwere Tanne nur auf der oberen Ecke eines demolierten Schaukastens.

Und auch vor ihrem eigenen Kleingarten hat der Sturm keinen Halt gemacht: "Ein großer Baum aus dem Nachbargarten ist auf mein Gartenhaus gestürzt und hat es unter sich begraben. Auch meinen Holzverschlag hat es erwischt", zählt die 46-Jährige. Den großen Baum hat sie inzwischen mit Nachbarn zersägt und weggeräumt.

Für die Schäden an Gebäuden innerhalb der Gartenanlage kommt die Gebäudeversicherung des Gartenvereins auf, die Erneuerung defekter Zäune oder Holzverschläge etwa müssen die Besitzer der einzelnen Gärten selbst finanzieren. Laut Bongartz hätten die Kleingärtner in den 46 Jahren, die sie direkt neben der Anlage lebt, nach einem Orkan nie zu kämpfen gehabt.

Ein ähnliches Bild bietet sich auch in den anderen Kleingärten des Vereins entlang des Nordkanals wie etwa dem Hauptareal an der Viersener Straße, das nur an den Eingängen durch teilweise entwurzelte Bäume in Mitleidenschaft gezogen wurde. Die Gärten an sich blieben dort weitestgehend verschont.

(NGZ)