Berlin/Neuss: Kleiner CDU-Parteitag wählt Gröhe zum Generalsekretär

Berlin/Neuss: Kleiner CDU-Parteitag wählt Gröhe zum Generalsekretär

Auf einem kleinen CDU-Parteitag in Berlin ist Hermann Gröhe am Montag offiziell zum Generalsekretär der Partei gewählt worden. Gröhe erhielt 88 von 91 gültigen Delegiertenstimmen, das entspricht einer Zustimmung von 96,7 Prozent.

Der 49-jährige Neusser war bereits Ende Oktober vom CDU-Bundesvorstand kommissarisch in das Amt gewählt worden. Er folgte auf Ronald Pofalla, der als Kanzleramtschef in die Bundesregierung wechselte.

CDU-Chefin Angela Merkel hatte Gröhe zuvor als einen Menschen empfohlen, der über einen "politisch klaren Kompass" und ein "rheinländisch fröhliches Herz" verfüge.

Der Neusser Bundestagsabgeordnete ist nach Ruprecht Polenz, Laurenz Meyer, Volker Kauder und Pofalla der fünfte Generalsekretär unter Merkel, die seit April 2000 an der Spitze der CDU steht. Gröhe war erst 2008 als Staatsminister im Kanzleramt in den engeren Zirkel der Bundeskanzlerin aufgerückt.

Gröhe wurde am 25. Februar 1961 in Uedem im Kreis Kleve geboren. Der vierfache Vater trat mit 16 Jahren in die CDU ein, seit 1994 ist er Mitglied des Bundestages. Davor war er fünf Jahre lang Vorsitzender der Jungen Union.

Langfristig gilt die Personalie Gröhe auch als Signal für erweiterte Koalitionsoptionen der CDU. Der Rechtsanwalt gründete 1992 mit dem Grünen-Politiker Matthias Berninger die "Pizza-Connection", einen Gesprächskreis junger Unions- und Grünen-Abgeordneter.

Gröhe versicherte, er wolle als Generalsekretär die Zukunftsfähigkeit der CDU als Volkspartei sichern. Dazu gehöre die Verbindung von innerparteilicher Einigkeit mit einem klaren Profil sowie ein Bekenntnis zum christlichen Glauben als einem weiterhin zentralen Orientierungspunkt.

(dhk)