Neuss: "Klaus der Busfahrer" hat 1200 Fans

Neuss : "Klaus der Busfahrer" hat 1200 Fans

Eigentlich macht er nur das, was selbstverständlich ist: Der Busfahrer Klaus Andresen hat für jeden seiner Fahrgäste ein freundliches Wort und er hilft Rollstuhlfahrern oder jungen Eltern mit Kinderwagen, den Bus zu besteigen.

Manchmal singt er auch mit, wenn Grundschüler auf der Schulbuslinie ein Lied anstimmen oder klatscht mit ihnen ab. Einige kennen Klaus Andresen schon länger, doch nun sind es Hunderte mehr: Seit er eine eigene Facebook-Seite hat, hat er eine eigene Fangemeinde.

Vor gut einem Monat hat sein Freund Sven Müller die Seite "Klaus, der Busfahrer" in dem sozialen Netzwerk freigeschaltet. "Ich bin schon oft bei ihm mitgefahren und er ist einfach anders: Immer gut drauf, locker und hat für jeden ein offenes Ohr", sagt der 24-Jährige. Das sieht nicht nur er so: Inzwischen haben mehr als 1200 Menschen den "Gefällt-mir-Knopf" für den 37-jährigen Andresen geklickt. Ein solche Resonanz hatte Müller nicht erwartet.

Treffend ist wohl der Kommentar einer jungen Frau, die schon öfter bei Andresen mitgefahren ist: "Man kann mit schlechter Laune den Bus betreten, redet ein paar Worte mit dir, sieht dich und man hat sofort gute Laune." Auch andere sind voller Begeisterung: "Klaus, du bist fame" ("berühmt", d. Red.) schreibt einer, der nächste kommentiert: "Einer der entspanntesten Busfahrer." Und wieder ein anderer meint: "Bester Busfahrer auf der Erde."

Andresen ist der Rummel um seine Person fast schon ein wenig unangenehm, denn: "Mittlerweile sprechen mich immer mehr Leute darauf an, viele wollen auch ein Foto mit mir". Kommt ein solcher Wunsch, und ist ein Fototermin mit seiner Pause vereinbar, verweigert er sich nicht. Im Gegenteil: Viele der Fotos sind auf der Facebook-Seite veröffentlicht.

Seit 2009 arbeitet Andresen als Busfahrer bei den Stadtwerken Neuss (swn). Davor war er zehn Jahre lang als Lkw-Fahrer in ganz Europa unterwegs. Doch die Firma ging in die Insolvenz und Andresen war ohne Job. "Ich habe dann eine Umschulung zum Busfahrer gemacht und anschließend acht Wochen Praktikum bei den swn", sagt Andresen. "Und ich hatte das Glück, bleiben zu dürfen." Auf allen zwölf swn-Linien ist er unterwegs. Aber fast immer im Spätdienst.

Denn seine Frau arbeitet ganztags als Altenpflegerin, ist ab sechs Uhr morgens aus dem Haus. Dann versorgt Andresen die beiden drei und vier Jahre alten Kinder. Wie glücklich er mit seinem Arbeitgeber ist, daraus macht er keinen Hehl: "Die swn sind ein super Arbeitgeber, sehr sozial zu den Mitarbeitern." Diese Zufriedenheit mit dem Job strahlt er aus und überzeugt damit auch bei Facebook. Denn der "Gefällt-mir-Button" wird weiter auf der Seite von "Klaus, der Busfahrer" geklickt.

(NGZ/rl)
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