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Neuss: Klassenlehrerin hat ersten Schultag

Neuss : Klassenlehrerin hat ersten Schultag

Morgen kommen 130 i-Dötzchen in die Rosellener Grundschule St. Peter. Aufgeteilt werden die Jungen und Mädchen in fünf Klassen. Eine davon, nämlich die 1d, ist für Hannah Schulze-Oben die erste Klasse als Klassenlehrerin.

Ein knallrotes Herz und der Schriftzug "Willkommen" stehen bereits an der Tafel des Klassenraums der neuen 1d. Für 24 Mädchen und Jungen wird der helle Raum in der ersten Etage der St.-Peter-Schule ab morgen ein ganz wichtiger sein. Denn es ist ihr erster Klassenraum. Das ist er auch für Hannah Schulze-Oben, und zwar ihr erster als Klassenlehrerin. Zwar ist die 27 Jahre alte Düsseldorferin bereits seit November 2011 an der Grundschule. Doch vor knapp zwei Jahren begann sie zunächst als Referendarin. Im April legte sie ihr zweites Staatsexamen ab, übernahm bis zum Beginn der Sommerferien eine Vertretungsstelle — und hat mit dem Beginn des neues Schuljahres eine Festanstellung in der Tasche.

"Es ist einfach klasse, dass ich hier bleiben kann", sagt sie. Geholfen hat ihr dabei vor allem ein Fach, evangelische Religion. Denn obwohl die Rosellener Grundschule mit 530 Schülern und 30 Lehrern eine der größten in Nordrhein-Westfalen ist, herrschte an evangelischen Religionslehrern bislang Mangel. In "ihrer" 1d wird sie allerdings fast alle Fächer geben — Ausnahme ist katholische Religion. Schüler und Eltern hat die Düsseldorferin bereits kurz vor den Sommerferien während eines Kennenlerntages getroffen. Da durften die "Neuen" auch schon einmal ihren Klassenraum inspizieren.

Doch so richtig vorbreitet hat Hannah Schulze-Oben den Raum erst während der Ferien. Und das fing mit einer Grundreinigung an. "Ich haben alle Schränke und Regal ausgemistet und geputzt", erzählt sie. Unterstützt wurde sie dabei von ihrer Mutter. "Sie hatte ihre Hilfe angeboten, weil sie auch wollte, dass die Kindern es schön und gemütlich haben", sagt die Lehrerin. So steht für jedes i-Dötzchen eine Box mit Namen bereit, in die all jene Sachen hineingelegt werden sollen, die nicht täglich in den Tornister müssen. Im Flur sind die Kleiderhaken schon zugeordnet. Fertig sind auch die Namensschilder, die morgen auf der Fensterbank stehen werden, so dass jeder sich seines nehmen kann. Ausgepackt werden müssen allerdings noch die gerade erst angelieferten Bücherpakete. Und auch das Klassentier, eine Affenhandpuppe, hat noch nicht seinen Platz eingenommen.

Der Affe ist für die Kinder auch morgen ganz wichtig. Denn wenn um 8.30 Uhr die Einschulungsmesse beginnt, sind die für die Klasse 1d reservierten Plätze auch mit einem Affen gekennzeichnet. "Und in den ersten Tagen werden auch die Säulen am Schulhof mit den jeweiligen Klassentieren gekennzeichnet sein, damit die Schüler wissen, wo sie sich aufzustellen haben", sagt die Pädagogin.

Hannah Schulz-Oben weiß, dass auch wenn sie alles nahezu generalstabsmäßig vorbereitet hat, sie sicher morgen ebenfalls aufgeregt sein wird. Doch sie ist da angekommen, wo sie hinwollte. "Schon seit dem ersten Schuljahr wollte ich Lehrerin werden", erzählt sie und blickt lächelnd auf ihr gemütliches, (noch) blitz-blankes "erstes" Klassenzimmer.

(NGZ)