Neuss: Klartext zur Energiepolitik

Neuss: Klartext zur Energiepolitik

IHK, Sparkasse und NGZ sind Gastgeber der Veranstaltungsreihe "Klartext". RWE-Vorstand Rolf Martin Schmitz hielt, was der Titel versprach: "Der Strom wird teurer". Für über 300 Gäste war es auch ein gesellschaftliches Ereignis.

Für Rolf Martin Schmitz war es (fast) ein Heimspiel. Vor 54 Jahren in Mönchengladbach geboren, kennt er das rheinische Braunkohle-Revier mit den Tagebau-Feldern im Rhein-Kreis und den Kraftwerken in Grevenbroich als Nachbar und aus beruflicher Sicht aus dem Effeff. Der neue zweite Mann des Essener RWE-Konzerns war gestern Gast der Klartext-Veranstaltung, deren Gastgeber die IHK, die Sparkasse und die Neuß-Grevenbroicher Zeitung sind.

Unter den mehr als 300 geladenen Gästen entdeckte Schmitz manches vertraute Gesicht. Richard Zangs gehört zu seinen Klassenkameraden. Der Mönchengladbacher begleitete seine Frau Christiane, die Beigeordnete im Neusser Rathaus ist. Für den Uedesheimer Volker Staufert war es als Ruheständler ein Wiedersehen mit einen langjährigen Kollegen. Beide saßen gemeinsam im Vorstand des Kölner Versorgers Rhein Energie. Heinz Runde, Chef der Stadtwerke Neuss (SWN), kennt Rolf Martin Schmitz aus gemeinsamen Engagement bei SWN Energie und Wasser.

Welche Bedeutung die Energie für die heimische Industrie hat, machten in kurzen (Video-)Statements Neusser Unternehmer deutlich. Jürgen Plange (Mühlen) fordert, der Energie-Anteil dürfe im fixen Kostenblock nicht weiter steigen, Werner Koslowski (BEKO Technologies) begrüßt, dass die Stadtwerke als Wettbewerbsteilnehmer auftreten und Thomas Geupel (Alu Norf), der heute Ministerpräsidentin Hannelore Kraft empfängt, sieht für seine Branche in absehbarer Zeit keine Zukunft mehr am Standort Neuss.

Ihnen allen machte Schmitz nur bedingt Mut: "Der Strom wird teurer." Er versprach aber, alles zu tun, damit nicht ganze Industriezweige auf der Strecke bleiben. Damit sprach er IHK-Präsident Heinz Schmidt aus dem Herzen: "Bei der Energiewende kommt es für uns darauf an, die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie auf Dauer zu sichern und die Erfolge der deutschen Wirtschaft nicht aufs Spiel zu setzen."

(NGZ)
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