Klarinettentrio Tromp beim Sommerkonzert im Botanischen Garten Neuss

Konzert in Neuss : Sommerkonzert im Botanischen Garten

Das Konzert mit dem Tromp-Trio wurde vom Förderverein des Botanischen Gartens organisiert – und war erneut ein großer Erfolg.

Im Handumdrehen waren die 200 Karten für das Sommerkonzert im Botanischen Garten vergeben. Das zuvorkommende Team der „Freunde und Förderer des Botanischen Gartens Neuss“ schuf aber für gut zwei Dutzend spontane Gäste (Not-)Sitzgelegenheiten. Von Beginn an zeichnet sich die noch junge Geschichte dieses Sommerkonzertes durch ihre hohe musikalische Qualität aus. Das hat vor allem damit zu tun, dass sich die Gartenfreunde seit der Premiere 2016 von Martin Jakubeit, dem Orchestermanager der Deutschen Kammerakademie Neuss (DKN), den musikalischen Part gestalten lassen.

Diesmal war das Tromp-Klarinettentrio zu Gast: Der Niederländer Timo Tromp, der in Bautzen geborene Sebastian Pigorsch und die Ungarin Eszter Király haben zweierlei gemeinsam: Sie haben bei Johannes Peitz studiert, der seit dem Jahre 2000 eine außergewöhnlich erfolgreiche Klarinettenklasse an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover leitet. Alle drei spielen in der DKN, wenn sinfonische Programme Bläser erfordern. Sebastian Pigorsch spielt auch schon mal Bassetthorn (Alt-/Tenor-Klarinette), zuletzt auf Schloss Dyck. Wolfgang Amadeus Mozart liebte das Instrument wegen seines dunklen und zarten Klangs besonders. Die „Zauberflöte“ und auch sein „Requiem“ sind ohne dieses Instrument nicht authentisch aufführbar.

Für drei Bassetthörner hat Mozart seine fünf Divertimenti geschrieben, von denen das Tromp-Trio die Nr. 1 höchst vital spielte. Für „normale“ Klarinetten wurde es transponiert, Eszter Király sorgte auf der Bassklarinette für Mozarts dunkles Timbre. Der französische Komponist und Klarinettist Jacques Bouffil (1783 – 1868) hat wertvolle Werke der Gattung „Klarinettentrio“ geschrieben wie sein „mozartsches“ Trio aus Opus 8.

Die Künstler fühlten sich vor dem Schulungsraum der Verwaltung des Botanischen Gartens sichtlich wohl, korrespondierten perfekt miteinander unterm blauen Himmel und ließen sich auch durch Ferienflieger vom nahen Düsseldorfer Flughafen nicht irritieren. Zwischen den großen Werken von Mozart und Bouffil spielten sie eine Mischung aus ätherischen Klängen mit Schumanns „Träumerei“ und einem wunderschönen Bach-„Arioso“ und heiterer Abendmusik mit zwei Tango Nuevo-Tänzen von Astor Piazolla sowie Klezmer-Trios.

Und weil die Klarinette im Jazz unverzichtbar ist, gab es zum Finale „After you’ve gone“: Die Popballade von Turner Layton wurde bald nach ihrer Veröffentlichung 1918 zum Jazzstandard. 1935 schuf Benny Goodman die erste erfolgreiche Instrumentalversion. Mit ihr wusste auch das spielfreudige Tromp-Klarinettentrio zu begeistern.

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