Neuss: Kita-Ausbau: Stadt sucht Grundstücke

Neuss: Kita-Ausbau: Stadt sucht Grundstücke

Neuss wächst, die Geburtenzahlen sind konstant hoch. Bis 2022 sollen acht zusätzliche Kitas in Betrieb gehen. Es mangelt an Grundstücken.

Nur gar nichts ist weniger. Genau ein Grundstück hat die Verwaltung bislang ausfindig gemacht, auf dem sich eine kurzfristige "Entwicklungs- und Baumöglichkeit" für eine weitere Kita bietet. Das wird am nächsten Donnerstag in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses auf den Tisch kommen. Das Gremium tagt ab 17 Uhr im Ratssaal des Neusser Rathauses. Wo sich das Grundstück befindet, verrät die Stadt auf Nachfrage nicht. "Verfrüht" wäre dies zum jetzigen Zeitpunkt, erklärt Stadtsprecher Peter Fischer. Klar ist jedoch: Ein Grundstück reicht sowieso nicht aus. Insgesamt sollen bis 2022 acht zusätzliche Kitas in Neuss in Betrieb gehen. Denn die Stadt wächst, viele Familien ziehen zu, die Geburtenzahlen sind konstant hoch.

Auch das Lukaskrankenhaus reagiert schon. Es braucht einen fünften Kreißsaal und soll ihn noch in diesem Jahr bekommen. Mit dieser Investition reagiert das städtische Klinikum auf die weiter wachsende Zahl an Geburten. Und diese Kinder brauchen in wenigen Jahren dann eben Kitaplätze. Die dezernats- und ämterübergreifende Projektgruppe "Kita Ausbau 2020-2022", die im Sommer aus der Taufe gehoben wurde, muss daher ihre Bemühungen intensivieren.

Um neue Kitas zu errichten, werden Grundstücke, Träger und Investoren gesucht. Partner, wie sie zum Beispiel bei der Kita Neusser Weyhe mit dem Bauverein und der Kita Eichenallee mit der GWG gefunden wurden. Denn das städtische Gebäudemanagement ist ohnehin schon mehr als ausgelastet und kommt mit der Umsetzung bereits seit geraumer Zeit nicht mehr hinterher. Und der Zeitplan ist ohnehin schon stramm und erfordert große Anstrengungen.

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Die ersten Reaktionen aus der Politik auf das, was im Jugendhilfeausschuss von der Verwaltung auf den Tisch kommt, fallen bereits ernüchtert aus. "Das, was die Verwaltung da vorlegt, ist ein bisschen sehr wenig. Der Kinderboom ist in unserer Stadt doch da", sagt Thomas Kaumanns, jugendpolitischer Sprecher der CDU. Dass nur ein Grundstück identifiziert worden sei, verwundert ihn. "Es müssten mehr Grundstücke für Kitas verfügbar sein", meint Kaumanns. Bislang habe die Stadt den Kita-Ausbau unterm Strich jedoch gestemmt. Dabei müsse es allerdings auch bleiben.

Mit dieser Einschätzung steht er nicht allein. Claudia Föhr (SPD) argumentiert ähnlich. "So werden wir es mit dem geplanten Kita-Ausbau nicht schaffen", betont sie. "Diese acht Kitas werden gebraucht und müssen bis 2022 verfügbar sein. Wir müssen auch alle Bestandsgebäude in Augenschein nehmen und sehen, was möglich ist."

(abu)