Kirchenmusikwochen in Neuss Konzert bittet um Frieden

Neuss · Das Eröffnungskonzert der 60. Neusser Kirchenmusikwoche, die als Thema „Signale der Hoffnung“ hat, setzte diesen Gedanken geradezu kontemplativ um und erbat Frieden: „Dona nobis pacem“.

 (Symbolbild)

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Foto: Frank Kirschstein

Gleich drei große Musikgruppen gestalteten das Konzert in der Quirinusbasilika, der Münsterchor Neuss, der Schönhausen-Chor Krefeld und das Neusser Kammerorchester (NKO). Alle drei Ensembles werden von Münsterkantor Joachim Neugart geleitet, was zumindest Neussern Musikliebhabern einem Qualitätsmerkmal gleichkommt. Der Gastchor aus Krefeld begann mit vier Motetten französischer Komponisten und glänzte in allen Stimmen sehr ausgewogen. Besonders die acht Damen im Alt gestalteten ein „Ave verum“ zum Ende wunderschön. Der niederländische Komponist Henrik Andriessen ist außerhalb seines Heimatlandes wenig bekannt. Sein Liederzyklus „Miroir de Peine“ (Spiegel des Leidens) für Singstimme und Streichorchester von 1933 reiht fünf Gesänge für Sopran und Streicher gleich dem „schmerzhaften Rosenkranz“ wie Perlen aneinander. Das Erleben einer opulenten spätromantischen Klangwelt war vor allem dem NKO zu verdanken, das in professioneller Variation kühnste Spieltechniken vollführte. In die Streicher integrierte eine vollkommen auf ihrem künstlerischen Höhepunkt angekommene Elisa Rabanus (Solosopran) mit glasklarer Stimme und feiner Diktion in französischer Sprache, ihre virtuose Seite konnte man dann in einem „Regina coeli“ von Wolfgang Amadeus Mozart bewundern. Der junge Mozart hat drei Vertonungen dieses alten lateinischen Marienhymnus komponiert. Die zweite (KV 127) aus dem Jahr 1772 für Solo, Chor und größere Orchesterbesetzung – zum NKO gesellten sich je zwei Oboen und Hörner – kam in der Quirinusbasilika zur Aufführung.