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Kirchenmusikwoche in Neuss

Kirchenmusikwoche in Neuss : Auftakt mit musikalischem Dialog

Die 58. Neusser Kirchenmusikwoche wurde in der Christuskirche eröffnet.

„Dialoge“ ist das Motto der Kirchenmusikwoche. Es meint den Dialog zwischen Gott und Mensch sowie zwischen Religionen und Kulturen. Das kennzeichnete das Eröffnungskonzert in der Christuskirche.

Die Kantate „Hiob“ für Soli, Chor und Orchester von Fanny Hensel (geborene Mendelssohn Bartholdy) stand am Beginn und erfüllte gleich in zweifacher Hinsicht das Motto. Die alttestamentliche Figur des Hiob findet sich im Judentum und Christentum, aber auch im Islam. Fanny Hensel  schuf mit dieser Kantate 1831 ein Programm am Übergang von einer streng religiösen zur einer aufgeklärten Gesellschaft, zudem einen Brückenschlag vom Judentum zum preußisch-protestantischen Bürgertum.

Die anspruchsvolle Kantate sang eine gut vorbereitete Kantorei der evangelischen Christuskirche, begleitet vom Orchester Düsseldorfer Altstadtherbst, unter der Leitung von Katja Ulges-Stein. Lediglich der dritte Satz, nach viel Moll-Bitterkeit nun in Dur, forderte den Sopran in schier endloser hoher Lage bis an die Grenzen.

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Nach wunderschönem Alteinsatz „Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser“ überzeugte die gesamte Kantorei in der Vertonung des 42. Psalms für Soli, gemischten Chor und Orchester von Felix Mendelssohn Bartholdy – und das bei einige Male zweigeteilten Männerstimmen. Die Arien sang Irene Kurka (Sopran), mal im Dialog mit einer Oboe, dann im Dialog mit zweistimmigem Frauenchor und im „Quintetto“ mit vier Männerstimmen.

Die Sopranistin übernahm ebenfalls das Solo in dem „re!quiem“ von Christina Cordelia Messner. Die in Köln arbeitende Komponistin wurde mit zwei Auszügen aus diesem interreligiösen „Requiem“ für Sopran, Flöte, Klarinette, Schlagwerk, Chor und Kinderchor vorgestellt, die vor zwei Jahren in Köln uraufgeführt wurden. Das Werk hat eher Performance-Charakter, Texte von Paul Celan, Auszüge aus dem Koran und arabische Zitate liegen ihm zugrunde. In das lateinische „Lux aeternam“ der Frauenstimmen singt mutig und selbstbewusst der Kinderchor „Sei Sonne, sonst bleibst du Fledermaus!“

In instrumentalen Teilen stellte der in Aleppo geborene und in Neuss lebende Hesen Kanjo sein Quanun (orientalische Zither) vor, das Orchester spielte vollendet die „Hebräische Suite Nr. 3“ für Kammerorchester des Schweizers Francois Lilienfeld. Der Sänger und Akkordeonist verarbeitet in der Suite die bekanntesten Gesänge des Jom Kippur-Festes, des höchsten jüdischen Feiertages

(Nima)