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Kirchenmusikwoche in Neuss: Niederländisches Duo gewinnt internationalen Orgel-Gesangs-Wettbewerb

Kirchenmusikwoche in Neuss : Niederländisches Duo gewinnt internationalen Orgel-Gesangs-Wettbewerb

23 Duos haben sich für den internationalen Wettbewerb angemeldet, zehn von ihnen traten bei Live-Konzerten in Neuss vor eine Jury.

„Wir haben im Jahre 2012 in der Arbeitsgemeinschaft zur Förderung der Kirchenmusik lange überlegt, wie wir die Neusser Kirchenmusikwoche noch attraktiver machen können“, sagt der Neusser Kulturreferent Rainer Wiertz. Seither gibt es den „Internationalen Orgel-Gesangs-Wettbewerb Neuss“, der in seiner Konzentration auf das geistliche Lied weltweit einmalig ist.

Im Rahmen der 59. Kirchenmusikwoche fand nun dieser alle zwei Jahre durchgeführte Wettbewerb zum fünften Mal statt. 23 Duos hatten sich angemeldet, zehn von ihnen wurden zur 1. Wettbewerbsrunde in der Christuskirche eingeladen, vier schafften es in die Finalrunde, die in der Quirinusbasilika stattfand.

Ausnahmslos junge Musiker boten ein faszinierendes Programm, denn der Wettbewerb ist auf Teilnehmer, die nicht älter als 30 Jahre sein dürfen, beschränkt. Jedes Duo hatte 20 Minuten Vortragszeit, darunter musste ein Orgelsolowerk sein.

Nach einer spannenden, weil qualitativ anspruchsvollen und sehr ausgeglichenen Finalrunde konnte Michael Ziege, der Kulturausschussvorsitzende im Neusser Rat, den 1. Preis (3.000 Euro) an das Duo Vincent Kusters (Bariton) und Nick Goudkuil (Orgel) übergeben. „Die Entscheidung war ziemlich einstimmig“, sagte die Kölner Musikprofessorin Mechthild Georg, die zusammen mit ihrer Kollegin Michaela Krämer, Professor Stefan Palm, der Christuskirchenkantorin Katja Ulges-Stein und Münsterkantor Joachim Neugart (Vorsitz) der Jury angehörte. Entscheidend dürfte gewesen sein, dass Vincent Kusters die Arie „Possente Spirto“ aus der Favola per musica „Orfeo“ von Claudio Monteverdi mit wunderbar dramatisch akzentuierten Koloraturen sang. Sein hohes musikalisches Talent entfaltet der Niederländer auch als Pianist und Organist (in Cronsveld) und als Mitglied der gregorianischen Schola Maastricht.  An der Sint Martinuskerk in Maastricht ist auch Nick Goudkuil als Organist angestellt, der solo Marcel Duprés „Cortège et Litanie“ glanzvoll an der Münsterorgel interpretierte.

Dieses große romantische Instrument bewunderte auch Clara Ernst, die seit vier Jahren evangelische Kantorin in Schwerte ist. Sie gewann im Duo mit Antigoni Chalkia (Sopran) den 2. Preis (1.500 Euro). Zusätzlich wurde beiden Musikerinnen der Publikumspreis (500 Euro) zuerkannt. Das Publikum dürfte vor allem das innovative „Morgens“ aus den vier „Songs in the Key of K“ des in Berlin lebenden französischen Komponisten Justin Lépany begeistert haben, das die in der Chorakademie des WDR-Rundfunkchores geschulte Antigoni Chalkia zum Erlebnis machte.

Die jüngsten Teilnehmer des Wettbewerbs, der Bariton Jonathan Macker (23) und der Organist Niklas Jahn (24) teilten sich den 3. Preis (1.000 Euro). Beide studieren noch, der gebürtige Hamburger Jonathan Macker an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Frankfurt (in der Klasse Thilo Dahlmann), der Fuldaer Niklas Jahn an der Hochschule für Musik Mainz.