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Neuss: Kirchen öffnen nachts die Türen

Neuss : Kirchen öffnen nachts die Türen

22 Kirchen von vier christlichen Konfessionen in Neuss und Kaarst laden am Freitag zu einer Entdeckerreise zu später Stunde ein. Die Veranstalter versprechen ganz neue "Kirchen-Raum-Erfahrungen".

Wenn am Freitag um 19 Uhr die Glocken von vielen Kirchen in Neuss und Kaarst läuten, dann ist das kein Test, sondern als Einladung zu verstehen. Denn zum dritten Mal nach 2008 und 2010 öffnen sich in Neuss und Kaarst Gotteshäuser zur "Nacht der offenen Kirchen".

Diesmal sind es 22 an der Zahl. "Wir möchten den Menschen zeigen, welche kostbaren Räume mitten zwischen Geschäften und Häusern liegen, die nicht dem Kommerz oder dem Vergnügen dienen, sondern einladen, Gott zu begegnen", sind sich Kreisdechant Monsignore Guido Assmann und Pfarrerin Ilka Werner einig.

Assmann, Oberpfarrer an St. Quirin, und die Seelsorgerin am Berufskolleg Hammfelddamm stehen an der Spitze der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen, die auch diese dritte Kirchennacht koordiniert. Sie sprechen für die vier beteiligten christlichen Konfessionen in Neuss, denn selbstverständlich beteiligen sich auch die griechisch-orthodoxe und die altkatholische Gemeinde an diesem besonderen spirituellen Angebot. "Einlassen auf neue Kirchen-Raum-Erfahrungen", wirbt Assmann für alle.

Nachts in die Kirche? "Was viele tagsüber nicht tun, lockt doch in der Nacht", weiß Assmann. "Abends kommen die Menschen zur Ruhe, erleben das Leuchten der Kerzen durch die bunten Glasfenster und einen Raum, in dem manche selten oder vielleicht noch nie waren." Nacht der offenen Kirchen — ein niederschwelliges Angebot.

Im Vordergrund soll stehen, die Kirchen als Ort des Gebetes zu öffnen. Besondere Akzentsetzungen sind deshalb im Programm, das auch im Internet unter www.offene-kirchen-in-neuss.de einzusehen ist, auf ein Stichwort verkürzt. Gleichwohl gibt es auch wieder Besonderheiten. In St. Marien wird die Gottesmutter in den Mittelpunkt gestellt, in St. Josef (Gladbacher Straße) das Leben und Wirken der Heiligen Hildegard beleuchtet, während die evangelische Dietrich-Bonhoeffer-Kirche an diesen Zeugen des Glaubens erinnert. "Kirche der Jugend" heißt es in der einmal mehr illuminierten St. Pius-Kirche, "Kirche zum Mitmachen" in Heilige Dreikönige.

Gemeinschaftlich agieren die Kirchen in Weckhoven als "Kirchen ökumenischen Miteinanders", und auch in Reuschenberg wird üben die evangelische Gemeinde Neuss-Süd und die katholische Gemeinde St. Elisabeth und St. Hubertus den Schulterschluss. Sie verwandeln die Erlöserkirche in ein Lichterlabyrinth.

Bis 23 Uhr könne jeder die Kirchen besuchen und so lange oder so kurz bleiben, wie er will, betont Assmann: "Besonders spannend könnte es sein, einmal nicht nur die eigene Kirche zu besuchen, sondern auch die anderer Konfessionen."

(NGZ/rl)