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Kirche Neuss: Aus für sieben Kontaktbüros und das Pastoralbüro in Grimlinghausen

Katholische Kirche in Neuss : Aus für Pfarr- und Kontaktbüros

Ab Januar soll es für Katholiken im Neusser Süden nur ein zentrales Büro geben. Das soll in Weckhoven sein. Die Präsenz der Kirche vor Ort soll weiterhin wichtig sein.

Die Zeiten, in denen nahezu neben jeder Kirche ein Pfarrbüro angeschlossen war, das, vielleicht bis auf Montag, jeden Tag geöffnet war, sind schon lange vorbei. Auch im Neusser Süden. Ersetzt wurden die kleinen Büros durch sogenannte Kontaktbüros, die in der Woche stundenweise geöffnet waren, und durch zwei Pastoralbüros in Grimlinghausen für den Seelsorgebereich „Rund um die Erftmündung“ und in Weckhoven für die sogenannten Apostelpfarren.

Corona-bedingt haben die Kontaktbüros zum Beispiel in Gnadental, Uedesheim oder Rosellen seit März geschlossen. Doch nun ist klar: Sie werden auch nicht mehr öffnen. Auch das Pastoralbüro in Grimlinghausen wird so nicht bestehen bleiben, sondern solle künftig als pastorales Zentrum genutzt werden, wie Kaplan Sebastian Lambertz und Verwaltungsleiter Christoph Feckler in den Pfarrnachrichten „Neuss - rund um die Erftmündung“ schreiben. Heißt konkret: Acht Büros werden künftig für viele Katholiken keine Anlaufstelle mehr sein.

Lambertz und Feckler nennen auch einen Grund für die anstehende Umstrukturierung: Man habe gemerkt, wie sich die Kommunikation verändert habe. Telefon und E-Mail würden mehr genutzt. Weiter heißt es außerdem: „Wir haben alle gelernt, dass es für die Bestellung von Messen, die Anmeldung von Taufen und Trauungen und andere Aufgaben wichtiger ist, jemanden zu erreichen, als dass der Ort wichtig ist, wo man jemanden erreicht“.

So würden jetzt schon Beerdigungen im gesamten Sendungsraum durch ein Pastoralbüro erledigt. Der Katholikenrat im Rhein-Kreis sieht diese Entwicklung mit Sorge. „Aus unserer Perspektive waren diese Kontaktbüros auch immer ein Ort der Seelsorge“, sagt Thomas Kaumanns, stellvertretender Vorsitzender des Rats. Viele ältere Gemeindemitglieder würden ein Sechswochenamt oder eine Messe eben nicht per Mail bestellen. „Die Kirche muss vor Ort präsent sein“ lautet die Forderung des Katholikenrats. Um das zu realisieren, gebe es aber auch andere Möglichkeiten, zum Beispiel mit einem „Kontaktpunkt“, den Ehrenamtliche betreuen oder, so Kaumanns, mit Priestern, die nach oder vor einer Messe noch Zeit haben, eine Art Sprechstunde anzubieten.