Neuss: "King's Speech" ist für die Bühne geschrieben

Neuss: "King's Speech" ist für die Bühne geschrieben

Am RLT hat im Studio das Stück von David Seidler Premiere. Im Kino feierte es großen Erfolg.

Die Theaterfassung gab es schon vor dem Film, aber der Film erst hat die Geschichte berühmt gemacht. Der Kinoerfolg "The King's Speech", die Geschichte des späteren englischen Königs Georg IV., der als Albert, Herzog von York, stotterte, und 1937 seinem Bruder Edward auf dem Thron folgen musste, basiert auf dem Theaterstück von David Seidler. Er brachte dieses auch dorthin zurück, wo es hinsollte: auf die Bühne.

Alexander Marusch inszeniert das Stück, das in Seidlers Schublade fast zehn Jahre lag, bevor er es vollenden konnte, im Studio des RLT. "Im Film funktioniert die Geschichte über die Zeit und ihre Darstellung", sagt er, "im Theater geht das nicht." Das Bühnenbild bleibe daher eher abstrakt, aber über die Kostüme sei sichtbar, dass Berties Geschichte vom Prinzen in zweiter Reihe, bis der Bruder David als Edward VIII. wegen seiner Heirat mit der geschiedenen Amerikanerin Wallis Simpson zurücktreten muss, in den 1930er Jahren spielt. Ohnehin legt Marusch den Fokus auf die Entwicklung eines Menschen, der auch über die Sprachfindung zu einer Haltung kommt, und auf die Freundschaft zwischen zwei Menschen. "Das Stück erzählt viel über die Kraft, die jemand haben muss, um ein Handicap zu überwinden", sagt Maruschs Dramaturgin Alexandra Engelmann. Andreas Spaniol spielt Bertie, hat sich dessen Sprache in den Stotter-Phasen "wie eine Partitur" angeeignet, sagt Marusch. Das Stück mit Stefan Schleue als Berties Lehrer Lionel Logue hat am Samstag Premiere. Allerdings gibt es dafür schon keine Karten mehr. Freie Plätze hat noch die zweite Vorstellung, die jedoch entgegen dem Programmflyer erst am 16. Januar um 20 Uhr stattfindet. Die angekündigte Vorstellung am 13. Januar musste aus Dispositionsgründen auf den neuen Termin gelegt werden.

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(hbm)
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