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Kindertrödelmarkt in Neuss: Veranstalter freut sich über großes Angebot

Trödelmarkt in Neuss : Ein bisschen Feilschen ist auch in Corona-Zeiten drin

Eine Veranstaltung wie der Kindertrödelmarkt in und neben der Wetthalle wäre vor einigen Wochen noch nicht denkbar gewesen. Und Veranstalter Sascha Kleist achtete darauf, dass alle Punkte des Hygienekonzepts eingehalten wurden.

Für die Besucher war das immer wieder mit Wartezeiten verbunden. Der Grund: Es durfte nicht mehr als eine Person pro sieben Quadratmeter Veranstaltungsfläche eingelassen werden.

Auf den ersten Blick wirkte der Kindertrödelmarkt wie eine kleine Kirmes: Da gab es ein kleines Karussell, aber auch Lebkuchenherzen und andere Leckereien wie Zuckerwatte oder Popcorn. Das Gros der Angebote bestand jedoch aus Kinderkleidung. Jennifer aus Düsseldorf war schon aufgefallen, dass weniger Besucher als sonst auf dem Gelände waren, das Sascha Kleist extra vergrößert hatte, damit keine zu große Nähe zwischen den Besuchern aufkam. Aber sie war mit ihren Verkaufserfolgen zufrieden – auch wenn der Autositz für 40 Euro und der Schneeanzug noch auf Interessenten warteten.

Kleidung und jede Menge Spielzeug gab es in und an der Wetthalle. Foto: Andreas Woitschützke

Jasmin Labisch, ebenfalls aus der Landeshauptstadt, war zum ersten Mal in der Wetthalle. „Die Leute sind alle sehr nett“, war ihr erster Eindruck. Der Erlös wird in die Sparschweine der beiden Töchter, zwei und vier Jahre alt, wandern. „Da haben Sie sich aber schöne Sachen ausgesucht“, schmeichelte sie einer Käuferin. „Ich kann die Sachen so gut verkaufen, weil ich leidenschaftliche Mutter bin und die Kleidung bewusst ausgesucht hatte“, erklärte die Düsseldorferin, die selber Second-Hand-Mode kauft. Selbstverständlich durfte auch gehandelt werden – aber bitte in Maßen. Sabrina aus Düsseldorf hatte für die Schuhe ihrer kleinen Tochter zehn Euro aufgerufen. Sie wäre auch auf acht Euro heruntergegangen, aber sechs Euro, das ging gar nicht.

Eine andere Mutter versuchte unter anderem ein Löwenkostüm zu verkaufen – eine fragwürdige Investition, weil ja noch gar nicht feststeht, ob im nächsten Jahr überhaupt Karneval gefeiert werden darf. Die Kids bekamen strahlende Augen angesichts der Playmobilfiguren, der vielen Lego-Sachen und der altersgemäßen Fortbewegungsmittel wie Dreiräder und Laufräder. Um bei strahlend schönem, aber nicht zu warmem Sommerwetter stilecht die Currywurst oder die Fritten genießen zu können, gab es abseits des Rummels einige Liegestühle, die zum Verweilen einluden. So konnte man sich erholen von dem schon ein wenig strapaziösen Einkaufsbummel. Das Angebot war nämlich verwirrend groß. Genau hingucken mussten auch die Veranstalter: Jeder Besucher musste seine Hände infizieren, Markierungen am Boden mahnten, Abstände einzuhalten. In der Halle galt Maskenpflicht, die allerdings mitunter nur halbherzig befolgt wurde, indem die Nase frei blieb. Draußen endete die Maskenpflicht, viele Besucher behielten sie trotzdem auf. Sascha Kleist war zufrieden damit, wie es gestern lief und dass endlich wieder mal etwas stattfinden konnte: „Corona-bedingt hatte ich fünf Veranstaltungen in der Wetthalle absagen müssen.“ Er war auch froh, dass mit rund 100 Ausstellern das Angebot so groß war wie in Zeiten vor Corona.

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