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Kinderklinik Neuss: Krankes Baby aus Essen kommt ins Lukaskrankenhaus

Ausgelastete Kinderkliniken : Krankes Baby aus Essen bekam erst in Neuss einen Klinikplatz

Winter, Zeit der Infektionen: Gerade in den Kinderkliniken bedeutet das volle Auslastung. Eine Essener Familie erlebte mit ihrem kranken Kind eine Irrfahrt, bevor ihm in Neuss geholfen wurde.

Eine Familie aus Essen hat mit ihrem kranken Baby eine wahre Odyssee erlebt, bevor sich im Lukaskrankenhaus ein Bettchen für ihre Tochter fand. Dem zwei Monate alten Mädchen geht es jetzt besser, doch sein Vater ist nach dieser Irrfahrt ins Grübeln geraten. Er wolle den Ärzten, mit denen es die Familie in diversen anderen Praxen und Kliniken zu tun hatte, keinen Vorwurf machen, sagt er. „Aber da kann doch in der klinischen Versorgung der kleinen Patienten irgendetwas nicht stimmen...“

Ein hartnäckiger Husten hatte die Eltern veranlasst mit der Kleinen zum Kinderarzt zu gehen. Der vermutete schnell eine RS-Virusinfektion. Dieser „Respiratorische Syncytial-Virus“ ist bei Säuglingen und Kleinkindern bis zum Alter von drei Jahren weltweit der häufigste Auslöser von akuten Atemwegsinfektionen. Eine „obstruktive Bronchitis“ ist die Folge, die Atemwege sind verengt. Das kann bis zu Atemaussetzern führen. „Sofort ins Krankenhaus“ entschied daher auch der Kinderarzt der Familie.

Doch alle Bemühungen um ein Bettchen für das Kind in Essen oder Oberhausen blieben erfolglos. So schlug der Arzt den Weg in eine Notaufnahme vor. In einem Krankenhaus in Oberhausen wurde dann die Diagnose RSV bestätigt – doch einen Platz gab es wieder nicht. „Sie hat die ganz Zeit gehustet, geschrien und gebrochen. Und ich habe die Panik in ihren Augen gesehen, wenn sie keine Luft bekam. Sie konnte doch nicht wissen, was da mit ihr passiert“, erzählt die Mutter. Schließlich rief die Oberhausener Klinik im Lukaskrankenhaus an. Gegen Mitternacht in der Nacht zum Freitag erreichte der Krankenwagen die Kinderklinik, ein Zimmer war frei, wurde isoliert, und das Baby konnte versorgt werden – und schlafen. Und auch sie selbst habe sofort keine Angst mehr gehabt, berichtet ihre Mutter.

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„Für eine Behandlung dieser kleinen Patienten braucht es keinen Spezialisten“, sagt Professor Guido Engelmann, Chefarzt der Kinderklinik. Gebraucht werde ein (Einzel)-Zimmer, in dem das Kind isoliert und überwacht werden kann, es erhalte dann Sauerstoff und Medikamente. Doch im Winter sind Betten in den Kinderkliniken ganz im Gegensatz zum Sommer knapp. „Bei uns ist es auch voll“, sagt Engelmann: „Für solche Patienten muss aber einfach Platz sein.“

(-nau)