Neuss: Kindergarten St. Josef wird 100

Neuss : Kindergarten St. Josef wird 100

Seit genau einem Jahrhundert werden gleich gegenüber der Pfarrkirche an der Gladbacher Straße Kinder betreut und erzogen. Den runden Geburtstag feiert der Kindergarten St. Josef mit einer Reihe von Aktionen und Festen.

Das Fahnenhissen am Freitag vor Pfingsten ist im Laufe von zehn Jahren zu einem kleinen Volksfest geworden: Was als kleine Aktion mit Kindern, wenigen Müttern und den Erzieherinnen begann, hat sich zu einem festen Programmpunkt im Further Schützenfest entwickelt, den auch Schützenpräses, König und Komiteemitglieder nicht verpassen möchten. Die fröhliche Feier zeigt, wie fest verwurzelt der Kindergarten St. Josef auf der Furth ist, ganz selbstverständlich eingebunden in das Pfarrleben, den Stadtteil und seine Traditionen.

Immerhin gibt es die Einrichtung seit hundert Jahren — und dieses Jubiläum feiert der Kindergarten St. Josef das ganze Jahr hindurch mit kleinen Veranstaltungen. So wird am Samstag, 30. Juni, ein buntes Sommerfest gefeiert. Es beginnt um 12 Uhr mit einer Messe in der gegenüberliegenden Pfarrkirche St. Josef, während der die künftigen Schulkinder verabschiedet und gesegnet werden. Anschließend gibt es auf dem Kindergartengelände mit seinen uralten Kastanienbäumen ein buntes Programm mit teilweise nostalgischen Spielen. Dazu werden neben dem Jägerzug "Op zack", der die Kindertagesstätte seit Jahren unterstützt, weitere Schützenabordnungen erwartet.

Die freundschaftliche Verbundenheit mit der Further St. Sebastianus-Schützenbruderschaft zeigte sich auch, als das Further Edelknabencorps vor wenigen Wochen sein hundertjähriges Bestehen mit dem Kindergarten zusammen feierte. "Wir waren Ehrengäste", erzählt Kindergarten-Leiterin Monika Hoffend, die sich bereits über einen sehr gut besuchten Tag der offenen Tür freute und für den Herbst noch eine Tanznacht plant — natürlich für die Ehemaligen und Eltern der Kindergartenkinder.

"Jedes Kind hat seinen eigenen Bauplan: Unsere Aufgabe ist es, ihn zu erkennen", erklärt Monika Hoffend. Ein menschliches Klima zu schaffen, in dem sich jeder angenommen und wertgeschätzt fühlt, ist der Erzieherin wichtig. "Wir legen viel Wert darauf, soziale Kompetenzen zu vermitteln", sagt sie Mutter eines erwachsenen Sohnes.

Und das scheint den Eltern zu gefallen. Auch die geringe Größe der Einrichtung — insgesamt 47 Kinder zwischen drei und sechs Jahre werden in zwei Gruppen von vier pädagogisch tätigen Kräften betreut — wird längst nicht mehr als Nachteil, sondern als Stärke wahrgenommen. "In Anmeldegesprächen stellen wir fest, dass sich Eltern verstärkt für eine katholischen Kindergarten entscheiden", sagt Hoffend.

(NGZ/rl)
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