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Neuss: Kinder singen mit Ritter Rost

Neuss : Kinder singen mit Ritter Rost

Komponist Felix Janosa hat zusammen mit dem Projekt "Jedem Kind seine Stimme" das "Fabel-fantastische Liederbuch" veröffentlicht. Rund 100 Schüler waren an der Produktion beteiligt.

Die Kulisse zur Vorstellung des "Fabel-fantastischen Liederbuchs" über "Ritter Rost" konnte nicht besser ausgewählt werden. Auf der Museumsinsel Hombroich sangen 75 Viertklässler der Albert-Schweitzer-Schule Reuschenberg vor den rostigen Skulpturen des Künstlers Anatol. Komponist Felix Janosa saß am elektrischen Piano, einige Kinder spielten Xylophon, Trommel und Gitarre, alle anderen sangen kräftig mit. Spickzettel Fehlanzeige. Die Texte saßen.

"Das fabel-fantastische Liederbuch" ist die zweite Produktion der "Ritter Rost"-Autoren Felix Janosa und Jörg Hilbert mit dem Neusser Projekt "Jedem Kind seine Stimme" (JeKi-Sti). Nach dem ersten, "kunterbunten" Buch, das sich an erste und zweite Klassen richtet, bietet das zweite anspruchsvollere Lieder für Dritt- und Viertklässler.

Ausgewählt wurde nach gesangspädagogischen und künstlerischen Richtlinien. Die Texte sollten witzig, aber auch gehaltvoll sein. Enige wurden schnell die Lieblingslieder der Kinder: "Fly Like an Eagle", "Sascha" oder "Komm, spiel das Banjo". Die Melodien kommen aber aus aller Welt, erzählt Komponist Felix Janosa, "zu hören sind indianische und afrikanische Klänge, russische Volksmusik, aber auch rockige Songs". Die Produktion des Liederbuchs begann denn auch nicht erst im Tonstudio. "Die Lieder sind für Erwachsene komponiert. Kinder singen allerdings in einer höheren Tonlage. Ich musste schauen, dass die Lieder dann auch noch gut klingen", so Janosa.

Die Aufnahme selber war eine Herausforderung für den Tonmeister. Bei zehn Sessions wuselten 100 Kinder durchs Studio, fünf bis sieben standen gleichzeitig hinter dem Mikro. Unterstützt wurden sie von Mädchen der Chorakademie Kempen und den Gesangsdozenten Angela Froemer, Julia Hagemann und Holger Müller von der Musikschule Neuss. Die Original-Stimmen von Ritter Rost, Papa Rost, dem Burgfräulein Bö und dem Drachen Kioks setzten das I-Tüpfelchen auf die spannende Produktion. "Für die Kinder war es eine tolle Erfahrung. Alle sind über sich hinausgewachsen", sagt Müller.

Die Musikschule Neuss hat "Jedem Kind seine Stimme" im Jahr 2007 ins Leben gerufen. Im aktuellen Schuljahr beteiligen sich alle ersten Klassen der 25 städtischen Grundschulen. Damit ist es eines der größten Gesangsprojekte in Deutschland. Ein Münchener Verlag brachte vor zwei Jahren die Musikschule mit den "Vätern" von Ritter Rost, Janosa und Hilbert, zusammen. "Es sind Lieder, die Kinder gut mitsingen können, die sie begeistern und motivieren", sagt Holger Müller.

Nach dem kleinen Konzert auf der Museumsinsel wurde der Garten mit den Figuren, Steinen und einer großen Kanone zum Spielplatz gemacht. Die Kinder der Albert-Schweitzer-Schule nutzten den Auftritt in Hombroich zum Wandertag. "Es ist ein musikalisches Picknick", meinte Holger Müller. Als Geschenk gab es für alle Teilnehmer ein Liederbuch und ein von Felix Janosa signiertes "Ritter Rost"-Poster.

(NGZ)