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Kaarst: Kinder planen Spielplatz an der Hubertusstraße

Kaarst : Kinder planen Spielplatz an der Hubertusstraße

Sechstklässler der Elisabeth-Selbert-Realschule und der Hauptschule Büttgen haben Spielgeräte ausgesucht und Modelle gebastelt.

Die Planungen für den Spielplatz im Neubaugebiet an der Hubertusstraße verliefen fast wie bei den üblichen Bauvorhaben der Stadt. Unter der Berücksichtigung einiger Vorgaben der Stadt wurden Vorschläge eingereicht, Modelle gestaltet, und am Ende entschied ein Gremium mittels Abstimmung. In diesem Fall waren es allerdings keine erfahrenen Planer und Architekten, sondern die Sechstklässler von Elisabeth-Selbert-Realschule und der Hauptschule Büttgen.

Wie bei jedem neuen Spielplatz nahm sich Stadtjugendpfleger Ralf Schilling wieder der Hilfe von Kindern an. Der Spielplatz wird westlich der neuen Wohnbebauung entlang des Struckerwegs entstehen. Mit mehr als 1000 Quadratmetern Fläche steht dort viel Platz zur Verfügung. Rücksicht muss lediglich auf das im Boden liegende Regenrückhaltebecken genommen werden, denn dieses darf nicht bebaut, aber als Sandspielfläche bedeckt werden. Für den gesamten Spielplatz stehen 170 000 Euro im städtischen Haushalt zur Verfügung. Jede der drei Schulklassen konnte aus Katalogen jeweils ein Großgerät, ein Bewegungselement und eine Spiellandschaft für kleinere Kinder auswählen. Wie sie sich all dies im Gesamtbild vorstellten, zeigten sie in selbst gebastelten Modellen des Spielplatzes.

Gestern Nachmittag saßen die Schüler nun zusammen, um demokratisch aus den Vorschlägen für die jeweiligen Spielbereiche in einer offenen Wahl mittels Klebepunkten abzustimmen. Das Votum fiel eindeutig aus. Beim Bewegungselement entschieden sie sich für die sogenannte "Abrissbirne", einem schwingenden und um die eigene Achse drehenden Zyklon. Für die Kleinkinder wird aus zwei kleinen Spiellandschaften eine große gestaltet, beim Großspielgerät wählten die Schüler eine naturnahe Gestaltung. Bereits im Vorfeld war entschieden worden, dass der neue Spielplatz als erster in Kaarst einen Kletterfelsen erhält.

Während die Kinder sich sehr einvernehmlich für die jeweiligen Spielgeräte entschieden, gab es aus der zweiten Reihe Kritik zu hören. Dort standen nämlich die Anwohner des Neubaugebiets, und ihnen fehlte vor allem eine Schaukel. "Ich finde es gut, dass hier Kinder mitgeplant haben. Aber wenn ich mit meiner anderthalbjährigen Tochter auf einen Spielplatz gehe, möchte sie vor allem rutschen und schaukeln", sagte Ilona Pukies. Einige Eltern erinnerten sich an ihre eigene Kindheit und den Spaß, den sie auf der Schaukel hatten. Ralf Schilling entgegnete zwar, dass die Kinder von heute eine Schaukel schnell langweilig fänden, signalisierte aber auch Entgegenkommen bei diesem Wunsch. "Eine Schaukel bekommen wir auf dem Platz auch noch umgesetzt", sagte er.

Eine Fertigstellung des Spielplatzes setzt Schilling für das Frühjahr 2014 in Aussicht, wenn der Rohbau der Mehrfamilienhäuser abgeschlossen ist.

(stef)