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Neuss: Kinder planen ihren Spielplatz

Neuss : Kinder planen ihren Spielplatz

Der Spielplatz im Stadtgarten soll umgestaltet werden. Dazu hat die Stadt die Kinder zum ersten Planungsgespräch geladen. Ob Röhrenrutsche und Seilbahn wirklich gebaut werden, entscheidet die Stadt.

Laut geht es zu, aber demokratisch. Wer einen Vorschlag hat, hebt die Hand. Der Rest versucht, zuzuhören. Und die Ideen sprudeln nur so heraus aus den Kinderköpfen: Riesenrutsche, Wasserbahn, Dschungel, Baumhaus, Schiffschaukel, Kletterspinne, Trampolin und Labyrinth – all das soll auf dem neuen Spielplatz im Stadtgarten an der Schorlemer Straße zu finden sein. Zumindest, wenn es nach den Vorstellungen der Kinder geht. Und die sind heute gefragt.

Das Kinderbüro der Stadt hat die kleinen Bewohner des Viertels am Stadtgarten zum ersten Planungsgespräch zur Umgestaltung des "Eisenbahnspielplatzes" geladen. Alles ist heute erlaubt, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. "Wir wollen uns nach den Wünschen derer orientieren, die den Spielplatz benutzen", erklärt Irmgard Röckert vom Kinderbüro. Etwa 30 Kinder im Alter von vier bis zehn Jahren sind ihrer Einladung ins Martin-Luther-Haus gefolgt, plus einige wenige Erwachsene, die auch gerne mitplanen. "Wir brauchen Eure Hilfe", ruft Irmgard Röckert in die muntere Runde.

Nichts leichter als das: "Eine Röhrenrutsche" wünscht sich Lina (7); ihre Freundin Zoe dagegen hätte lieber gern eine Piratenschiffschaukel. Timo (7) will auf dem Spielplatz gerne Kunststücke mit seinem Skateboard machen und braucht daher einen Skateboard-Parcours – und eine "Schaukel mit Falle". Doch auch die Geräte, die auf dem in die Jahre gekommen zweiteiligen Spielplatz momentan stehen, erfreuen sich teilweise großer Beliebtheit. "Die Affenschaukel soll bleiben", ruft Antonia. Auch das Klettergerät wird von ihr und ihren Freundinnen gerne genutzt.

Nach der großen Kinderrunde beginnt die Arbeit von Bernadette Schnatmann. Mit Hilfe des Kinder-Entwurfs und der Liste der Wunschgeräte überlegt die Planerin vom städtischen Grünflächenamt in den nächsten Wochen gemeinsam mit ihren Kollegen, welche der zahlreichen und originellen Ideen umsetzbar sind. "Viele Kinder wünschen sich etwas mit Wasser. Leider sind diese Anlagen aus organisatorischen und technischen Gründen schwer realisierbar", erklärt sie. Am "Eisenbahnspielplatz" befinden sich keine Wasserleitungen – daher müsste erst Trinkwasser dorthin geleitet werden. Andere Ideen wiederum, etwa Kletteranlagen, eine Seilbahn oder Röhrenrutschen sind zwar aufwändig, aber einfacher umzusetzen.

Was wirklich gebaut wird, entscheidet die Stadtverwaltung. "Wichtig ist, dass die Kinder gehört wurden und wir nun wissen, was überhaupt gewünscht ist", sagt Irmgard Röckert. Voraussichtlich im Juni soll der Stadtrat das Konzept beschließen – danach kann die Umgestaltung beginnen. Wenn alles glatt läuft, könnte der Spielplatz im September fertig sein.

(NGZ)